Mittwoch, 5. Oktober 2011
Studien mal wieder
Am Wochenende war Schwalbetagung in Göttingen. Ich war mit meiner Frau und meinem Sohn einen Nachmittag mit dabei, als es ein Studienlöseturnier gab.

Die erste Studie gelang mir, an der zweiten scheiterte ich ganz, ganz knapp, worüber ich mich doch ein wenig ärgere. Die dritte und letzte war mE ungeeignet und wurde auch von den Besten der Zunft nicht gelöst. Der Komponist heißt Mattison (eigentlich der typisch lettische Name Hermanis Matisons), ein verpflichtender Name...

Die ersten beiden möchte ich kurz vorführen:
Mattison

und

Mattison

Tags zuvor gab es einen echten Kantersieg beim Zweizügerlösen (Neudeutsch: Speed Solving Contest): Wieland Bruch holte atemberaubende 24,3 Punkte und gab zu allen 30 Zweizügern in den knapp bemessenen 30 Minuten eine Lösung an (richtige Lösung=1 Punkt, falsche Lösung=-0,9 Punkte). Damit deklassierte er den Rest des Feldes, u.a. Boris Tummes, der als deutscher Meister im Problemlösen immerhin ca. 14 Punkte (genau weiß ich es nicht) holte.
Man muss dazu sagen, dass Wieland Bruch der Zweizüger-Sachbearbeiter der Schwalbe ist und sich insofern schwerpunktmäßig mit Zweizügern beschäftigt. Aber auch vor dem Hintergrund eine schier unglaubliche Leistung.
Zum Vergleich: Vorjahressieger (oder war es sogar 2009?) frich hatte seinerzeit 17,1 Punkte geholt.

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Donnerstag, 29. September 2011
Da die Saison bald beginnt...
...sollten wir uns langsam wieder dem schnöden Normalschach zuwenden. Wir tasten uns langsam heran, indem wir uns eine Studie näher zu Gemüte führen. Studien sind ja so etwas wie die halbe Strecke zwischen Kunstschach und Partie.

Die WFCC (World Federation of Chess Composition) wählt jedes Jahr die Studie des Jahres (Study of the Year). Die genauen Auswahlkriterien sind mir nicht bekannt, aber zumeist handelt es sich um partienahe Studien.

Die Studie des Jahres 2010 wurde bei der diesjährigen Löseweltmeisterschaft bestimmt. Es gewann der junge deutsche Studienexperte Siegfried Hornecker, der sich mit seinen 25 Lenzen schon in der Weltklasse der Studienkomposition befindet, mit einer Co-Produktion mit dem Ukrainer Sergiy Didukh, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Didukh, Hornecker 2010

In diesem Endspiel muss Weiß am Zug sehr genau agieren, um das Remis sicherzustellen.

Auch Hornecker ist übrigens Teil der Schachblogosphäre, auch wenn er sich in seinem Blog eher mit anderen Themen befasst.

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Dienstag, 12. Juli 2011
Sommer-Dutzend 7/12
Folgendes Endspielfragment zwischen Lautier und Illescas stammt aus der Kategorie: einfach und instruktiv.

Lautier-Illescas 1995

Schwarz am Zug gewinnt. Schwierigkeitsgrad: einfach.

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Sommer-Dutzend 8/12
Ein absoluter Klassiker unter den bauernlosen Studien ist folgendes Stück von Sobolewski, Schachmati 1951. Es war auch Teil der deutschen Problemlösemeisterschaft in Dinslaken. Natürlich darf man davon ausgehen, dass KLS vs. K gewonnen ist.

Sobolewski 1951

Weiß am Zug gewinnt. Schwierigkeitsgrad: ungewohnt ;o).

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Mittwoch, 8. Juni 2011
Ein Beispiel aus der Praxis - Läuferendspiele und -studien Teil 4
Die folgende Stellung habe ich in einem Endspielbuch von Awerbach gefunden mit Schwarz am Zug. Ich meine, es war Lissizyn - Löwenfisch. Nach dem Studium von Awerbachs Analyse fand ich sie durchaus illustrativ. Das sehe ich inzwischen etwas anders und kann immer noch keine hundertprozentige Beurteilung abgeben.



Der folgende schwarze Zug ist instruktiv. Danach hat Weiß im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, die eine spielte Weiß und verlor bald, aber bei der anderen bin ich noch nicht ganz sicher, ob die weißen Verteidigungsressourcen nicht doch gerade noch so ausreichen.
Wer hat Lust mal hineinzuschauen?

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Sonntag, 3. April 2011
Keine Studie...
... ist folgendes Fundstück aus einer Partie Rossetto-Pilnik.

Hätte man kaum besser komponieren können:
Rossetto-Pilnik

Wie rettet hier Weiß am Zug einen halben Punkt?

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Dienstag, 8. März 2011
Nur wenige Steine - Läuferendspiele und -studien Teil 3
Wann spricht man eigentlich von Technik und wann von studienhaften Wendungen? Ist da der Übergang fließend? Während Teil 2 - zwar auch eine Studie - eher technisch wirkt, ist man bei der folgenden Studie viel eher geneigt, von einer studienhaften Wendung zu sprechen. Aber eine Definition gelingt mir leider nicht.

Vielleicht können wir die Definitionsarbeit nachholen, zuvor aber diese Studie von Werner Issler, 1970, lösen.

Issler 1970

Hier zeigt sich, dass schon mit wenigen Steinen studienhafte Wendungen möglich sind. In der praktischen Partie ist es unheimlich schwer zu verstehen, wann eine solche notwendig ist und wann man mit technischen Mitteln (immer noch ohne Definition) zum Ziel kommt.

Weiß am Zug gewinnt!

Kleine Zusatzaufgabe: Wo müsste der weißfeldrige Läufer von Schwarz stehen, um das Remis zu gewährleisten?

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Dienstag, 22. Februar 2011
Kleines Fundstück aus dem Netz
Eine hübsche Studie von Arpad Rusz.
Gar nicht so unheimlich schwer, aber sehr hübsch.

Rusz

Weiß am Zug gewinnt.

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Donnerstag, 17. Februar 2011
Kompensation - Neudeutsch Teil 10
Nachdem das letzte Stück hier doch wenig Niveau hatte, wollte ich mal als niveaumäßige Kompensation ein Fundstück aus dem Studienbereich bringen:
Eine neudeutsch-logische Endspielstudie mit nur 8 Steinen!

Wotawa 1954

Der Hauptplan ist hier gar nicht so leicht zu erkennen und damit auch nicht, welcher Vorplan benötigt wird. Sogar Rybka 3 kapiert erst nach 50 Sekunden, was los ist.

Weiß am Zug gewinnt, Wotawa 1954.

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Sonntag, 13. Februar 2011
Grundlagen - Läuferendspiele und -studien Teil 2
Im 19. Jahrhundert wurden die Grundlagen des Läuferendspiels von Centurini bereits recht gut dokumentiert. Also versuchen wir uns an der Technik:
Centurini1847

Diese partienahe Stellung behandelte Centurini bereits 1847. Weiß am Zug gewinnt! Und wie immer die wichtige Frage: Was passiert eine Linie weiter links?

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