Montag, 30. Januar 2012
ISC 2012 - außer Spesen... ach, nicht mal die gab es
Am Sonntag fand eine der größten Problemlöseveranstaltungen statt: International Solving Contest, kurz ISC.

Die Idee ist clever: Problemisten treffen sich nahezu zeitgleich an verschiedenen Stellen der Erde und lösen mit dem gleichen Zeitlimit die gleichen Aufgaben.

Ich machte mich also auf den Weg nach Münster, dem deutschen Austragungsort. Im Wesentlichen war es eine Lehrstunde für mich, denn in der ersten Runde kam ich mit dem Format gar nicht klar: Es galt in zwei Sitzungen, je einen 2-, 3-, n-Züger, eine Studie, ein Hilfs- und ein Selbstmatt zu lösen. In der ersten Runde habe ich viel zu viel Zeit in das Selbstmatt gesteckt, fand aber den Schlüsselzug einfach nicht. Die restliche Zeit reichte gerade noch, um den Zweizüger und eine Variante des Mehrzügers zu lösen. 7,5 Punkte - ein desaströses Ergebnis. Die Rückrunde lief dann etwas besser, 12 Punkte waren angesichts der ungeeigneten Studie, die kein einziger Löser geknackt hat, in Ordnung. Am Ende sind 19,5 Punkte viel zu wenig, mein Ziel war 50%, das wären, wenn man eben genannte Studie rausrechnet, 28 Punkte gewesen und war auch im Bereich des Machbaren.

Am Ende hatte es Piotr Murdzia mal wieder geschafft, bester Deutscher war mal wieder Boris Tummes auf Platz 5.
Einzelheiten gibt es hier.

Nachtrag: Es wurden noch einige Ergebnisse nachgeliefert, so dass sich gar in der Spitze noch etwas geändert hat. Ganz vorne steht nun der Belgier Eddy van Beers vor Vladimir Pogorelov und dann erst Piotr Murdzia. Boris Tummes wird auf dem achten Platz gelistet.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 23. Januar 2012
Losso jetzt auch bei Schach-Welt
Um mein problemschachliches Sendungsbewusstsein ein wenig zu befriedigen, habe ich beschlossen, Problemschachthemen einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Daher arbeite ich nun auch mit Jörg Hickl zusammen für sein Schach-Blog schach-welt.de. Dort übernehme ich die Rubriken Studie des Monats und Problem des Monats.
Schaut doch mal vorbei, vielleicht könnt ihr euch ja auch an der Lektüre dort erfreuen.

... link (2 Kommentare)   ... comment


Samstag, 14. Januar 2012
Und dann war da noch...
...die Niedersächsische Problemlösemeisterschaft, die am 02.01. im Rahmen der Niedersachsenmeisterschaft in Verden statt fand.

Ich wollte gerne teilnehmen und machte mich daher auf den durchaus langen Weg. Es kam, wie es kommen musste:
Die Stücke waren durchweg orthodox (ein Zweizüger, ein Dreizüger, ein Vierzüger und eine Studie) und vor allem sehr steinarm. Erschwerrend kam noch hinzu, dass der Zwei- und der Dreizüger so gewählt waren, dass auch die schwächeren Teilnehmer Punkte bekommen würden. All dies lässt den Vorteil, den man als im Problemschach beschlagener hat, auf ein Minimum gegenüber den Normalschachteilnehmern schmilzen. Ich kann den Turnierleiter durchaus verstehen, dass er meint, mit solchen Formaten das Normalschachpublikum am ehesten zu erreichen. Aber nach meinem Wissen gab es in den vergangenen Jahren kein einziges Stück modernen Inhalts, was ich tendenziell dem offiziellen Status des Turniers unangemessen finde. Na ja.

Und so kam es, wie es kommen musste: Der Zweizüger, der Dreizüger und die Studie standen nach 15 Minuten auf dem Blatt, nur beim Vierzüger war ich komplett blockiert. Ihr könnt euch gerne daran probieren und euch über meine Unfähigkeit lustig machen...

Ärgerlich jedenfalls - eigentlich hätte ich das packen müssen, zumal ich eigentlich fast alle wichtigen Erkenntnisse beisammen hatte.

Speckmann 1950

Weiß am Zug, Matt in 4. Speckmann, 1950

Am Ende wurde es der 4. Platz und ich konnte mich über einen von Problemschachlegende Godehard Murkisch gestifteten Buchpreis freuen, in dem ich gern schmökere. Murkisch, der jüngst zum Ehrenmitglied der Schwalbe gekürt wurde, landete direkt hinter mir auf dem fünften. Es grenzt an ein Wunder, dass er die Studie weder kannte noch lösen konnte:



Weiß am Zug gewinnt.
Quelle habe ich leider vergessen.

... link (4 Kommentare)   ... comment


Samstag, 27. August 2011
Konstruktionsaufgaben
Am Freitag habe ich in meinem Verein zwei Mannschaften gegeneinander antreten lassen mit Schachknobeleien. Nach ein paar Miniretros (z.B. setze den schwarzen König ein, dann Matt in 1 oder setze einen weißen Bauern ein, so dass die Stellung illegal ist) haben die Mannschaften auch Konstruktionsaufgaben bekommen, die ich hier mal posten möchte.

Voraussetzungen: Es sollen drei Matt in zwei und ein Matt in eins konstruiert werden. In der Stellung ist Weiß am Zug, steht nicht im Schach und hat nur einen Gewinnzug, der bei den Zweizügern. optimalerweise auch nicht Schach gibt. Zudem sind Themen zu erfüllen und man muss mit möglichst wenig bzw. möglichst günstigem Material auskommen. Anbei die Wertigkeit der Figuren wD=10 wT=7 wL=4 wS=4 wB=2 sD=8 sT=5 sL=3 sS=3 sB=1.

1. Aufgabe
Thema Zugzwang: Der weiße Schlüsselzug droht kein Matt.

2. Aufgabe
Thema Schachprovokation: In der Ausgangsstellung hat Schwarz, wenn er am Zug wäre, kein Schach; der Schlüsselzug ermöglicht jedoch ein schwarzes Schach.

3. Aufgabe
Die Aufgabe soll folgende Lösung haben:
1.Tf4 droht 2.Ta7#
1.-Dxf4+ 2.Tb4#
1.-Dd7+ 2.Txd7#
1.-Dd1+ 2.Tb3

4. Aufgabe (Matt in eins)
In der legalen Stellung gibt es für beide Parteien zusammen nur einen einzigen Zug (nämlich einen weißen Zug) und dieser setzt matt.

Von den Ergebnissen der beiden Mannschaften war ich begeistert. Jede Mannschaft hat in zwei der 4 Aufgaben den wahrscheinlichen Bestwert erreicht:
Die erste Aufgabe wurde mit 5 Wertigkeitspunkten erledigt, die zweite mit 9. Die dritte hat eine Partei mit 30 Punkten erledigt, die andere Mannschaft hätte noch einen schwarzen Bauern sparen können und lag somit mit 31 knapp dahinter. Die 4. Aufgabe wurde mit 9 Punkten gelöst.
Vor allem die Lösungen zu den Aufgaben 2 und 4 haben mich beeindruckt. Dass die Mannschaften in so begrenzter Zeit mit einer derart guten Lösung dienen konnten (für die Konstruktionen plus 5 kleine Retroaufgaben hatten die Mannschaften aus je 3 Spielern zwischen 1300 und 2000 1,5 Stunden Zeit), hatte ich nicht erwartet. Bei 4 hat die bessere Mannschaft auch eine Lösung mit 8 Werteinheiten gehabt, dann aber selber festgestellt, dass diese illegal ist. Eine gute Leistung für Normalschachspieler!

Wer möchte, kann sich ja selber mal probieren. Oder aber mein kleines Konstruktionsexperiment mal im eigenen Schachverein ausprobieren.

... link (8 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 12. Juli 2011
Sommer-Dutzend 11/12
Die folgende Studie von Peter Krug (Schach-Aktiv 2011) ist ziemlich tiefgründig. Ihr werdet hoffentlich auf die richtige Idee kommen.

Peter Krug 2011

Weiß am Zug gewinnt. Schwierigkeitsgrad: ordentlich.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Dienstag, 3. Mai 2011
Dinslaken rückt näher
In sechs Disziplinen wird angetreten: 2-Züger, 3-Züger, Mehrzüger, Studien, Hilfs- und Selbstmatts. In jeder Disziplin hat man unterschiedlich viel Zeit für die Lösung der drei Aufgaben, von unheimlich knappen 20 Minuten für die Zweizüger bis hin zu 100 Minuten für die Studien. Für jede gelöste Aufgabe gibt es 5 Punkte, teilweise gibt es Teilpunkte.

Ursprünglich wollte ich mir mir 35 Punkte als Ziel vornehmen, doch nachdem ich mir die Aufgaben der Europameisterschaft zu Gemüte geführt habe, trete ich auf die Euphoriebremse:
Bei den 3-Zügern holte ich 0 Punkte (und das ist schon aufgerundet), bei den Hilfsmatts immerhin 5 und stehe damit nach zwei Disziplinen bei 5 Punkten. Um auf irgendetwas in der Nähe von 30 Punkten zu kommen, müsste ich die Zweizüger trotz der kurzen Zeit irgendwie lösen, bei den Selbstmatts sollten noch ein paar Punkte dazu kommen, während ich bei den Mehrzügern und Studien pessimistisch bin. Jede Lösung dort würde von mir gefeiert.

Die Vorbereitung auf so etwas ist übrigens sehr schwierig, da es mW auch so gut wie keine geeignete deutsch- notfalls englischsprachige Literatur darüber gibt, wie man Schachprobleme löst.

... link (11 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 14. April 2011
Deutsche Problemlösemeisterschaft
Die Deutsche Problemlösemeisterschaft findet vom 06.-08.05.2011 in Dinslaken statt. Ich habe Lust darauf, wer noch?

Könnt euch gerne diesbezüglich bei mir melden:
mein_nick@web.de

... link (5 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 17. August 2010
Eigenartig
Stefan hat auf seinem Blog schon drauf hingewiesen (siehe hier), aber auch ich kann nicht umhin, der Beilage "Eigenartige Schachproblem" der Schwalbe an dieser Stelle meinen Respekt zu zollen.

Es ist fast entmutigend für einen Kompositionsnovizen zu sehen, was es schon alles gibt. So manches Aha-Erlebnis ereilte mich, aber beim folgenden Stück, dachte ich so bei mir: "Verdammte Axt, da ist der vor über 100 Jahren (1907) ohne Computerhilfe drauf gekommen." Mit "der" ist der geniale Schachkomponist Niels Høeg gemeint, der als erster die perfekte Allumwandlung in einem Dreizüger umgesetzt bekam. Das war 1905.

Vielleicht ist das hier sogar nur ein Abfallprodukt seiner Allumwandlungsforschung, aber die Allumwandlung mit den vier Zwangsmotiven (im Gegensatz zu Hilfsmotiven) zu verbinden, ist mE unheimlich genial.

Es handelt sich um folgende Stellung:
Hoeg 1907

Die Aufgabe ist alles andere als alltäglich und lautet: Weiß erzwingt das Spielende nach zwei Zügen.
Viel Spaß beim Lösen!

... link (2 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 22. Juli 2010
Kurz aufgeschnappt
Derzeit wird wieder einmal alles Mögliche gespielt in Pardubice. Überrascht war ich, dass es auch ein Problemlösewettbewerb gab.

Allein die Tatsache, dass er antrat, ließ keinen Zweifel, wer hier das Rennen machen würde. Ich rede von Piotr Murdzia, aktueller Problemschachlöseweltmeister. Er verpasste die volle Punktzahl erst in der letzten Runde, den Selbstmatts, nachdem er bei den Kurz- und Langzügern sowie den Hilfsmatts und Studien jeweils voll punktete. Am Ende standen 85 Punkte und eine Distanz von über 10 Punkten zum Zweitplazierten Kacper zu Buche. Dritter wurde bei seinem Heimspiel der auch als Komponist durchaus bekannte Michal Dragoun.

zur Quelle

... link (5 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 24. Juni 2010
Statusmeldung Schwalbe
Die neue Schwalbe ist erschienen. Enthalten ist eine Co-Produktion von frich und mir, ein s#9.

Ein weiteres Selbstmatt von mir ist bereits angenommen und noch nicht veröffentlicht, und noch ein weiteres liegt dort zur Prüfung vor.

Selbstmatts zu Komponieren macht unheimlich viel Spaß, es lassen sich dort mehr Motive verwirklichen als im orthodoxen Mattproblem. Ein schönes Exemplar habe ich just die letzten Tage mit frich zusammen erarbeitet. Selbstmatts lösen fällt mir hingegen immer noch sehr schwer, deutlich schwerer als Hilfsmatts.

... link (0 Kommentare)   ... comment