Montag, 20. August 2012
Die Leiden des Häuslebauers
Ich will hier kein Heimwerkerblog starten, aber meines Erachtens darf ein Blog auch einmal für die Merkwürdigkeiten des Lebens herhalten.

Wir haben letztes Jahr ein Haus gekauft. Die Renovierung des Erdgeschosses war zeitaufwändig und kostenintensiv. Oben wohnte eine 89-jährige Frau. Die hat nun zu Ende August den Weg ins Altersheim angetreten, so dass die nächste Renovierung ansteht. Und erstmals mussten wir uns dieses Jahr um einen durchaus beachtlich großen Garten kümmern, der ordentlich heruntergekommen war. Viel Arbeit also!

Und dann war da noch die Terrasse:
Natursteine, die von unten ordentlich Frost bekommen hatten und deshalb völlig kaputt waren. Da haben wir vor zwei Wochen eine Holzterasse drauf gebaut. Und da kommen wir zum zentralen Punkt:
Ich hatte tatsächlich einen Tag vorher dran gedacht, den Akku vom Bohrschrauber zu laden (Billigteil, über 5 Jahre alt, wenig genutzt), mein Vater brachte seinen mit (Hightech von Bo..., oft genutzt). Als wir die schönen Riffelplanken auf die Lattenkonstruktion schraubten, kam es, wie es kommen musste: nach einer Dreiviertelstunde machte meiner schlapp, der meines Vaters hielt bedeutend länger, aber eben auch nicht ewig. Und so versuchten wir, mit einer Bohrmaschine mit Drehzahleinstellung weiterzuschrauben. Das funktioniert aber nicht so wirklich (wegen Drehmoment und Übersetzung und so...Physiker und Ingenieure vor). Man konnte den Schrauben ansehen, ob sie vom Bohrer oder von einem Bohrschrauber versenkt wurden.

Und da fragte ich mich, warum das eigentlich so ist. Ich habe eine elektrische Heckenschere mit Schwert, einen Elektrorasenmäher und eine elektrische Kettensäge. Das sind alles Geräte, die man gewöhnlich im Freien verwendet und sich daher Gedanken um die Stromversorgung machen muss. Warum ist gerade der Bohrschrauber immer mit Akku versehen, wo er doch meist in den heimischen vier Wänden genutzt wird und drei Nachteile offensichtlich auf der Hand liegen:
- Akkubetrieb ist immer teurer als Netzbetrieb
- ein Akku hat begrenzte Lebensdauer, die deutlich geringer ist als die eines Netzkabels
- ein Akku entlädt sich beim Arbeiten, so dass man zwischenzeitlich irgendwann aufhören oder zwei Akkus (und gute Akkus sind sauteuer) besorgen muss.

Irgendwann wollte ich mit einer Ratsche die Schrauben nachziehen, aber trotz DIN hat keiner der Nüsse die Größe, die man braucht, um einen Bit darin nutzen zu können, eine Nuss ist einen kleinen Tick zu klein, die nächstgrößere zu groß (wie kann das eigentlich sein *kopfschüttel*).

Ich hatte genug davon und habe mich auf die Suche gemacht nach einem Bohrschrauber mit Strippe. Was eine Suchmaschinensuche mit "Bohrschrauber ohne Akku" für ein Ergebnis hervorbringt, kann jeder selbst ausprobieren. Irgendwann habe ich immerhin ganz grob einen Leidensgenossen gefunden, der keine Lust hatte, sich Schlagbohrmaschine und Bohrschrauber zuzulegen und daher eine Bohrmaschine mit Drehmomenteinstellung suchte. Er wurde enttäuscht und damit auch ich.

Weiter kam ich erst, als ich über Trockenbauschrauber stolperte. Das ist nicht ganz das, wonach ich suchte, aber dann war ich irgendwann angekommen beim Begriff "Netzschrauber". Und siehe da, das Gerät, das unter dieser Bezeichnung kaufbar ist, habe ich mir besorgt. Nach meinen ersten Versuchen funktioniert das Gerät ähnlich gut wie Akkugeräte, die doppelt so viel kosten, nur dass der Akku eben nicht kaputt geht oder leer wird. Zwei kleine Mankos:
- Die praktische Lampe, die Akkubohrschrauber oft haben, fehlt.
- Die ersten 15 Stufen der Drehmomenteinstellung scheinen sich kaum zu unterscheiden, aber danach kann man gut ausdifferenzieren.

Das ist so der erste Eindruck. Sollte er mich zeitnah enttäuschen reiche ich das hier natürlich nach. Genug zu tun ist nämlich allemal, um regelmäßigen Einsatz sicherzustellen.

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