... newer stories
Dienstag, 16. November 2010
Neuauflage
losso, 11:49h
Während die Leser hier gerne noch etwas weiter raten dürfen (die Auflösung folgt später, so gegen Ende der Woche), kommen wir nun zu meiner Partie.
Wir hatten vor ca. einem halben Jahr gegen unseren Gegner Marienwerder/Seelze/Garbsen das Relegationsmatch gewonnen und damit eigentlich dafür gesorgt, dass diese Mannschaft in der Bezirksklasse verweilen muss (Losso berichtete hier). Doch dann zogen die Schachfreunde Hannover ihre dritte Mannschaft aus der Bezirksliga zurück, was den Relegationskampf nachträglich zur Makulatur werden ließ. MSG war plötzlich mit oben. Und der Aufstieg schien zu beflügeln, die Mannschaft startete mit zwei hohen Siegen, so dass wir bei der Neuauflage den Tabellenführer zu Gast hatten. So kam es zu diesem Kampf auch zur Neuauflage einzelner Partien aus dem Relegationskampf. So auch bei mir, ich hatte wieder Weiß gegen den gleichen Gegner, Thomas Poeschel.
Interessanterweise war die Story meiner Partie auch eine ähnliche wie damals: Mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung, gebe ich diesen beim Übergang in das Mittelspiel wieder her und erreiche eine ausgeglichene Stellung, als ihm eine Ungenauigkeit im Mittelspiel unterläuft. Im Relegationskampf kam ich so zu deutlichem Vorteil, gab dann jedoch aus Mannschaftsräson die Gewinnstellung remis, womit der Aufstieg feststand. Dieses Mal hingegen nahm ich den ganzen Zähler mit:

In dieser Stellung rechnete ich als Weißer mit 1.-Sg5 und weiteren Vereinfachungen. Der Bauer h5 ist dann eher schwach als stark, dafür ist die Struktur am Damenflügel für mich eher angenehm. Insgesamt hatte ich mich schon mit einem friedlichen Ende abgefunden. Ich hoffte noch auf 1.-Le6 2.Sxe5 Ld5? 3.Sxf7!, hielt dies aber auch für eher unwahrscheinlich, da ich meinen Gegner ja nun schon kannte und wusste, dass er, vorsichtig ausgedrückt, aktive oder risikosuchende Züge sehr sparsam dosiert. Gar nicht berechnet hatte ich das ebenfalls mögliche 1.-Dd5.
Statt dessen entkorkte mein Gegner das fragwürdige 1.-Dc7?. Die Dame passiv zu stellen, die d-Linie zu verlassen und sie dabei ausschließlich mit Deckungsaufgaben zu betrauen, kann nicht gut sein, zumal der Te8 jetzt ungedeckt bleibt und Sg5 nun gar nicht mehr möglich ist. Das sind ganz schön viele Nachteile für einen Zug, der kurzfristig erst einmal nichts einstellt. Bei den Rechnern rangiert der Zug auf Platz 16 der möglichen schwarzen Züge, was wohl beredtes Zeugnis über die Qualität sein dürfte. Ab diesem Zeitpunkt agierte ich mit höchster Genauigkeit und kann mit dem nun folgenden Schluss der Partie sehr zufrieden sein.
Probiert es doch mal selbst!
Wir hatten vor ca. einem halben Jahr gegen unseren Gegner Marienwerder/Seelze/Garbsen das Relegationsmatch gewonnen und damit eigentlich dafür gesorgt, dass diese Mannschaft in der Bezirksklasse verweilen muss (Losso berichtete hier). Doch dann zogen die Schachfreunde Hannover ihre dritte Mannschaft aus der Bezirksliga zurück, was den Relegationskampf nachträglich zur Makulatur werden ließ. MSG war plötzlich mit oben. Und der Aufstieg schien zu beflügeln, die Mannschaft startete mit zwei hohen Siegen, so dass wir bei der Neuauflage den Tabellenführer zu Gast hatten. So kam es zu diesem Kampf auch zur Neuauflage einzelner Partien aus dem Relegationskampf. So auch bei mir, ich hatte wieder Weiß gegen den gleichen Gegner, Thomas Poeschel.
Interessanterweise war die Story meiner Partie auch eine ähnliche wie damals: Mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung, gebe ich diesen beim Übergang in das Mittelspiel wieder her und erreiche eine ausgeglichene Stellung, als ihm eine Ungenauigkeit im Mittelspiel unterläuft. Im Relegationskampf kam ich so zu deutlichem Vorteil, gab dann jedoch aus Mannschaftsräson die Gewinnstellung remis, womit der Aufstieg feststand. Dieses Mal hingegen nahm ich den ganzen Zähler mit:
In dieser Stellung rechnete ich als Weißer mit 1.-Sg5 und weiteren Vereinfachungen. Der Bauer h5 ist dann eher schwach als stark, dafür ist die Struktur am Damenflügel für mich eher angenehm. Insgesamt hatte ich mich schon mit einem friedlichen Ende abgefunden. Ich hoffte noch auf 1.-Le6 2.Sxe5 Ld5? 3.Sxf7!, hielt dies aber auch für eher unwahrscheinlich, da ich meinen Gegner ja nun schon kannte und wusste, dass er, vorsichtig ausgedrückt, aktive oder risikosuchende Züge sehr sparsam dosiert. Gar nicht berechnet hatte ich das ebenfalls mögliche 1.-Dd5.
Statt dessen entkorkte mein Gegner das fragwürdige 1.-Dc7?. Die Dame passiv zu stellen, die d-Linie zu verlassen und sie dabei ausschließlich mit Deckungsaufgaben zu betrauen, kann nicht gut sein, zumal der Te8 jetzt ungedeckt bleibt und Sg5 nun gar nicht mehr möglich ist. Das sind ganz schön viele Nachteile für einen Zug, der kurzfristig erst einmal nichts einstellt. Bei den Rechnern rangiert der Zug auf Platz 16 der möglichen schwarzen Züge, was wohl beredtes Zeugnis über die Qualität sein dürfte. Ab diesem Zeitpunkt agierte ich mit höchster Genauigkeit und kann mit dem nun folgenden Schluss der Partie sehr zufrieden sein.
Probiert es doch mal selbst!
... link (4 Kommentare) ... comment
Sonntag, 14. November 2010
Wer holt den letzten halben Punkt?
losso, 20:51h
So lautete die Frage beim heutigen Mannschaftskampf. Vier unserer Recken (darunter auch ich, doch dazu mehr in einem anderem Beitrag) hatten einen ganzen Zähler eingefahren, ein halber fehlte uns noch zum Mannschaftssieg.
Den hatten wir am Ende auch, aber nicht mehr.
Doch wer holte das letzte Remis?
Die Kandidaten:
Patrick
Unser Spitzenspieler hatte mit den schwarzen Steinen in der Eröffnung viel Zeit verbraucht und landete in diesem Endspiel (Weiß am Zug).

Christian
Nach Quallenhin- und -hergewinn kam dieses Endspiel auf das Brett, Christian hat Schwarz und ist am Zug:

Michael
Ist in folgendem Endspiel gelandet und ist mit Schwarz am Zug:
Kevin
Unser achtes Brett war in folgender Stellung mit Weiß am Zug:
Es folgt eine Abstimmung mit dem Abstimmungsmodul dieses Blogs. Bin gespannt, wie viele sich beteiligen! Viel Spaß beim Reinschauen in die Stellung und beim Voten! Schreibt bitte noch als Kommentar, wofür ihr euch warum entschieden habt.
Wer holt den letzten halben Punkt?
P.S. Ich hoffe, dass alle Stellungen korrekt dargestellt sind, falls nicht, einfach kurz mailen.
Den hatten wir am Ende auch, aber nicht mehr.
Doch wer holte das letzte Remis?
Die Kandidaten:
Patrick
Unser Spitzenspieler hatte mit den schwarzen Steinen in der Eröffnung viel Zeit verbraucht und landete in diesem Endspiel (Weiß am Zug).
Christian
Nach Quallenhin- und -hergewinn kam dieses Endspiel auf das Brett, Christian hat Schwarz und ist am Zug:
Michael
Ist in folgendem Endspiel gelandet und ist mit Schwarz am Zug:
Kevin
Unser achtes Brett war in folgender Stellung mit Weiß am Zug:
Es folgt eine Abstimmung mit dem Abstimmungsmodul dieses Blogs. Bin gespannt, wie viele sich beteiligen! Viel Spaß beim Reinschauen in die Stellung und beim Voten! Schreibt bitte noch als Kommentar, wofür ihr euch warum entschieden habt.
Wer holt den letzten halben Punkt?
P.S. Ich hoffe, dass alle Stellungen korrekt dargestellt sind, falls nicht, einfach kurz mailen.
... link (4 Kommentare) ... comment
Samstag, 6. November 2010
Und noch einmal...
losso, 18:20h
...Schwarz am Zug hält remis.

... link (2 Kommentare) ... comment
Donnerstag, 4. November 2010
Ein Motiv, das es sich lohnt zu merken
losso, 09:45h
Die Analyse meiner Partie vom Wochenende war recht schmerzhaft. Insgesamt werde ich drei Stellungen vorführen, bei denen es heißt: Schwarz am Zug hält remis.
In diesem Beitrag werden gleich zwei vorgestellt, die thematisch verwandt sind.

und

Ich verstand gleich zwei Mal nicht, wie es funktioniert, wie sieht es bei euch aus?
In diesem Beitrag werden gleich zwei vorgestellt, die thematisch verwandt sind.
und
Ich verstand gleich zwei Mal nicht, wie es funktioniert, wie sieht es bei euch aus?
... link (2 Kommentare) ... comment
Dienstag, 2. November 2010
Warum ist hier noch keine Partie?
losso, 14:29h
...werden sich vielleicht einige denken. Der Grund ist folgender:
Am Wochenende schuf ich mit meinem Gegner ein 83-zügiges Monster. In der nachfolgenden Analyse wurde ich von meinen vielen Fehlern geradezu erschlagen, so dass ich derzeit noch nicht genau weiß, was ich hier vorführen soll.
Die Story ist im Wesentlichen folgende: In einer ziemlich geschlossenen Stellung habe ich als Schwarzer den akademischen Vorteil des Läuferpaars. In einem "Gewinnversuch" spiele ich dermaßen schlecht, dass es meinem Gegner gelingt, einen wichtigen Bauern zu gewinnen, wonach ich komplett breit stehe.
Und dann kommt etwas, das sehr typisch ist für Amateurpartien: Ich öffne meinem Gegner die Tür zum Sieg immer wieder einen Spalt breit und er schlägt sie immer wieder zu. Dabei übersehe ich eine wichtige Remisstruktur, die mich mehrfach gerettet hätte.
Kurz vor Ende der Zeit meines Gegners (er hatte noch ca. 10 Minuten) brachte mir folgende Abwicklung endlich Erlösung:

Hier kann Weiß immer noch gewinnen, indem er den Bauern auf g6 gegen den Bauern auf d5 tauscht. Am besten geht dies durch 82.Sd3 Lc3 83.g7 und jetzt beispielsweise 83,-Kg6 84.Sf4+ Kxg7 85.Kc6+-. Das Problem ist also, dass mein schwarzfeldriger Läufer ihm zum Tempogewinn verhilft.
Die praktisch beste Chance bei gegnerischer Zeitnot ist daher 82.Sd3 Lxd4+ 83.Lxd4 Kxg6 und wahrscheinlich kann Weiß hier dem Endspiel mit K+S+L vs. K schwer ausweichen, was technisch immerhin schwer genug sein sollte für knapp 10 Minuten auf der Uhr.
Statt dessen beendete 82.Le3? Lxd4+! 83.Lxd4 Kxf4 den Tag friedlich.
Am Wochenende schuf ich mit meinem Gegner ein 83-zügiges Monster. In der nachfolgenden Analyse wurde ich von meinen vielen Fehlern geradezu erschlagen, so dass ich derzeit noch nicht genau weiß, was ich hier vorführen soll.
Die Story ist im Wesentlichen folgende: In einer ziemlich geschlossenen Stellung habe ich als Schwarzer den akademischen Vorteil des Läuferpaars. In einem "Gewinnversuch" spiele ich dermaßen schlecht, dass es meinem Gegner gelingt, einen wichtigen Bauern zu gewinnen, wonach ich komplett breit stehe.
Und dann kommt etwas, das sehr typisch ist für Amateurpartien: Ich öffne meinem Gegner die Tür zum Sieg immer wieder einen Spalt breit und er schlägt sie immer wieder zu. Dabei übersehe ich eine wichtige Remisstruktur, die mich mehrfach gerettet hätte.
Kurz vor Ende der Zeit meines Gegners (er hatte noch ca. 10 Minuten) brachte mir folgende Abwicklung endlich Erlösung:
Hier kann Weiß immer noch gewinnen, indem er den Bauern auf g6 gegen den Bauern auf d5 tauscht. Am besten geht dies durch 82.Sd3 Lc3 83.g7 und jetzt beispielsweise 83,-Kg6 84.Sf4+ Kxg7 85.Kc6+-. Das Problem ist also, dass mein schwarzfeldriger Läufer ihm zum Tempogewinn verhilft.
Die praktisch beste Chance bei gegnerischer Zeitnot ist daher 82.Sd3 Lxd4+ 83.Lxd4 Kxg6 und wahrscheinlich kann Weiß hier dem Endspiel mit K+S+L vs. K schwer ausweichen, was technisch immerhin schwer genug sein sollte für knapp 10 Minuten auf der Uhr.
Statt dessen beendete 82.Le3? Lxd4+! 83.Lxd4 Kxf4 den Tag friedlich.
... link (0 Kommentare) ... comment
Sonntag, 31. Oktober 2010
Alles nur geklaut?
losso, 01:00h
Aus einem Gespräch mit einem Vereinskameraden über Computerschach heraus, habe ich die aktuelle Lage mal gecheckt.
Vor ca. 1,5 Jahren, das war mein bisheriger Kenntnisstand, gab es nichts, was Rybka 3 annähernd das Wasser reichen konnte. Die damalige Nummer 1 bei den frei erhältlichen war auf meinem Rechner seinerzeit Cyclone 3.4. Aber auch dieses Programm ging regelmäßig gegen Rybka 3 ein, im Normalfall irgendetwas zwischen 2:8 und 3:7.
In der Zwischenzeit hat sich allerdings einiges getan. Zum einen haben die kostenlosen Engines rund um Fruit etwas aufgeholt. Fruit ist eine Schachengine, die aufgrund der offenen Lizenz (GPL) vielfach Basis für weitere Engines war.
Genauso verhält es mit der Engine Glaurung. Auf Glaurung basiert das Programm Stockfish, das schon unheimlich nah an der Spielstärke Rybkas dran ist.
Doch dann kam Oktober letzten Jahres wie aus dem Nichts eine Engine namens Ippolit, die auch Rybka schlug. Auch diese Engine läuft unter der General Public License, das heißt, dass der Quellcode offen und das rogramm kostenlos ist. Die Autoren sind in Russland zu verorten und benutzen Pseudonyme. Die übernächste Weiterentwicklung von Ippolit namens Fire (aktuelle Version ist 1.3.1) ist derzeit die stärkste Schachengine der Welt.
Nur warum ist sie in keiner der gängigen Computer-Ranglisten zu finden?
Weder hier noch hier noch irgendwo hier liest man etwas von dieser Engine.
Grund dafür sind Anschuldigungen vom Rybka-Team, dass es sich hierbei lediglich um einen Rybka-Clone handele. Nachweise hierzu gibt es keine, da das Rybka-Team seinen Quellcode ncht offenlegen möchte. Die Begründung ist daher eher ein "weil nicht sein kann, was nicht sein darf" und "wir haben uns den Quellcode angeschaut und haben Hinweise gefunden". Schließlich bleiben aber, selbst wenn es sich um eine durch reverse engineering (das heißt grob, dass aus dem Programm der Programmiercode wiedergewonnen wurde) erstellte Engine handeln sollte, einige Fragen offen.
Die wichtigste: Wie haben es die Programmierer geschafft, das Programm nochmal deutlich leistungsfähiger zu machen als Rybka?
Es wundert schon ein wenig, dass die reine Behauptung des Plagiats dazu führt, dass versucht wird, die Existenz dieser Programme zu leugnen. Gilt hier gar nicht die Unschuldsvermutung oder ist die Macht von Chessbase so groß?
Das Programmierteam von Ippolit äußert sich zu dieser Fragestellung hier. Bei ChessLogik findet man dann auch die spielstarken Fire und RobboLito zum Download. Eine meines Erachtens recht objektive Darstellung gibt es bei Wikipedia.
Vor ca. 1,5 Jahren, das war mein bisheriger Kenntnisstand, gab es nichts, was Rybka 3 annähernd das Wasser reichen konnte. Die damalige Nummer 1 bei den frei erhältlichen war auf meinem Rechner seinerzeit Cyclone 3.4. Aber auch dieses Programm ging regelmäßig gegen Rybka 3 ein, im Normalfall irgendetwas zwischen 2:8 und 3:7.
In der Zwischenzeit hat sich allerdings einiges getan. Zum einen haben die kostenlosen Engines rund um Fruit etwas aufgeholt. Fruit ist eine Schachengine, die aufgrund der offenen Lizenz (GPL) vielfach Basis für weitere Engines war.
Genauso verhält es mit der Engine Glaurung. Auf Glaurung basiert das Programm Stockfish, das schon unheimlich nah an der Spielstärke Rybkas dran ist.
Doch dann kam Oktober letzten Jahres wie aus dem Nichts eine Engine namens Ippolit, die auch Rybka schlug. Auch diese Engine läuft unter der General Public License, das heißt, dass der Quellcode offen und das rogramm kostenlos ist. Die Autoren sind in Russland zu verorten und benutzen Pseudonyme. Die übernächste Weiterentwicklung von Ippolit namens Fire (aktuelle Version ist 1.3.1) ist derzeit die stärkste Schachengine der Welt.
Nur warum ist sie in keiner der gängigen Computer-Ranglisten zu finden?
Weder hier noch hier noch irgendwo hier liest man etwas von dieser Engine.
Grund dafür sind Anschuldigungen vom Rybka-Team, dass es sich hierbei lediglich um einen Rybka-Clone handele. Nachweise hierzu gibt es keine, da das Rybka-Team seinen Quellcode ncht offenlegen möchte. Die Begründung ist daher eher ein "weil nicht sein kann, was nicht sein darf" und "wir haben uns den Quellcode angeschaut und haben Hinweise gefunden". Schließlich bleiben aber, selbst wenn es sich um eine durch reverse engineering (das heißt grob, dass aus dem Programm der Programmiercode wiedergewonnen wurde) erstellte Engine handeln sollte, einige Fragen offen.
Die wichtigste: Wie haben es die Programmierer geschafft, das Programm nochmal deutlich leistungsfähiger zu machen als Rybka?
Es wundert schon ein wenig, dass die reine Behauptung des Plagiats dazu führt, dass versucht wird, die Existenz dieser Programme zu leugnen. Gilt hier gar nicht die Unschuldsvermutung oder ist die Macht von Chessbase so groß?
Das Programmierteam von Ippolit äußert sich zu dieser Fragestellung hier. Bei ChessLogik findet man dann auch die spielstarken Fire und RobboLito zum Download. Eine meines Erachtens recht objektive Darstellung gibt es bei Wikipedia.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 18. Oktober 2010
Ihr habt es nicht anders gewollt! Teil 1
losso, 16:53h
Nachdem hier seriöse Inhalte wiederholt scheiterten, werde ich meine Strategie anpassen und euch mal wieder Unfälle und Müll aus meiner Feder präsentieren. Wie gesagt: Ihr habt es nicht anders gewollt!
Wir starten mit folgendem Selbstmatt in 4 (Weiß beginnt und erzwingt das eigene Matt).

Wir starten mit folgendem Selbstmatt in 4 (Weiß beginnt und erzwingt das eigene Matt).
... link (11 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Endlich kann ich...
losso, 16:44h
...meine Studie aus der April-Ausgabe der Schwalbe hier bringen:

Keine weiteren Kommentare, außer: Weiß am Zug gewinnt!
Keine weiteren Kommentare, außer: Weiß am Zug gewinnt!
... link (10 Kommentare) ... comment
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Über diese hervorragende...
losso, 12:00h
...Mattstudie von Behting (1927) bin ich gerade gestolpert.
Wenn sie jemand gelöst hat, kann uns Frich vielleicht mal erklären, was ein Inder ist ;o)

Auf geht es - Weiß gewinnt!
Wenn sie jemand gelöst hat, kann uns Frich vielleicht mal erklären, was ein Inder ist ;o)
Auf geht es - Weiß gewinnt!
... link (6 Kommentare) ... comment
Montag, 4. Oktober 2010
Studienartig
losso, 00:05h
Die folgende Stellung entstand in der Partie zwischen Nguyen und Huschenbeth bei der gerade beendeten Olympiade in Khanty-Mansiysk. Die deutsche Mannschaft hat leider die anfänglich gute Leistung in den letzten zwei Runden nicht bestätigen können und landete auf einem enttäuschenden 64. Rang.

Hier kam es zum Kurzschluss
55.Lb8 Td7 56.Kh3 Kd5
und wegen 57.-Tb7 0-1.
Die Frage, die hier der deutsche IM Schneider bei chessbase stellte, war, was denn nach 55.h3 sei. In der Tat ist der Gewinn danach schwer nachzuweisen. Aber die Stellung ist auch dann gewonnen. Folgendes ist in Betracht zu ziehen:
1. Fast alle Bauernendspiele sind für Schwarz gewonnen. Es sei denn er kann nach dem Übergang die Opposition halten.
2. Weiß muss ständig verhindern, dass Schwarz einfach den Bh3 abholt. Dies kann durch einen schwarzen Königszug nach g3 geschehen. Allerdings hat Weiß gar nicht so viele Läuferzüge auf der Diagonalen b8-h2: g3 und f4 fallen aus naheliegenden Gründen aus, h2 führt eigentlich immer zum Tausch T gegen L und damit zu 1. die restlichen 4 Felder können die schwarzen Figuren überdecken.
Der Läufer kann natürlich wegen 1. auch nicht nach e1 und f2.
3. Aber es gibt Konstellationen, in denen Weiß seine beiden Bauern gegen den g-Bauern geben kann und dennoch remis hält. Das gilt es zu vermeiden.
Also stelle ich meinen Gewinnweg nach 55. h3 vor:
55.-Td7!
Vielleicht nicht der einzige Gewinnzug, aber der klarste. Viele Möglichkeiten hat Weiß nicht.

Schnell erledigen kann man
I.56.Lh2 Td2+ 57.Kg1 Txh2!
Vergleichsweise einfach ist auch
II.56.Lb8 Kd5!
Es droht 57.-Tb7. Danach muss der wL nach h2 und wird getauscht, das entstehende Bauernendspiel ist gewonnen für Schwarz. Also sofort:
57.Lh2 Tb7 58.Lg1
Der Läufer muss die Diagonale wechseln, da er sonst mit verlorenem Bauernendspiel abgetauscht wird. Jetzt dringt der Schwarze nach g3 ein.
58.-Tb3 59.Lf2 Ke4 60.La7 Kf4 61.Ld4 Td3 62.Lf6 Td2+ 63.Kf1 Th2 oder 63.Kg1 Kg3
Der nächste Zug ist
III.56.La5 Ta7!
Auf der a-Linie steht der Turm sehr gut.
57.Lb4 Ta6!
Verhindert die Rückkehr des Läufers auf die Diagonale b8-h2.
58.Le7 Kf4 59.Ld8 Ta2+ 60.Kf1 Kf3 61.Lf6 Td2 62.Ke1 Td5 nebst 63.-Kg3
Am schwierigsten wird es bei
IV.56.Lb6 Td2+ 57.Kh1 (57.Kg1 ist schlechter) 57.-Tc2

a) 58.La7 hat das Problem, dass Schwarz jetzt nicht mehr den Bg5 bedrohen kann. 58.-Tc8 verhindert die Aktivierung des Läufers. 59.Kg2 Kf4 - jetzt hat Weiß kaum einen guten Zug. Auf 60.Lb6 oder 60.Ld4 folgt 60.-Tc2+ und jetzt folgt auf 61. Lf2 einfach ein Tempozug auf der 2. Reihe, wonach der Widerstand schnell bricht. Also folgt 61.Kf1, um nach 61.-Kg3 nicht auch noch mit Mattdrohungen kämpfen zu müssen. Und jetzt 61.-Kg3 62.Le3 Kxh3 63.Lxg5 Kxg4.

Diese Stellung mit Turm + Randbauer gegen Läufer ist für Schwarz gewonnen. Das ist nicht selbstverständlich, denn stünde der wL auf f4 wäre es schon remis. Aber so ist es einfach: der Bauer zieht nach h2, das Weiß nicht pünktlich unter Kontrolle bekommt.
b) 58.Ld8 Kf4 59.Kg1
Und jetzt kann man schnell daneben greifen: 59.-Kg3? 60.Lxg5 Kxh3 61.Lf4! und Weiß hat h2 und damit remis. Daher:
59.-Tc3!
Solche Manöver sollte man sich einprägen. Die c-Linie ist ungünstig, da ein mögliches Lxg5 das Matt auf c1 deckt. Daher geht es jetzt mit Tempo auf die d-Linie.
60.Kg2 Tc8 61.Le7 Tc2+ 62.Kg1 (62.Kf1 Th2) 62.-Td2
Schwarz ist am Ziel angelangt, der König kommt nach g3, aber es gibt noch einen kleinen weißen Trick:
63.Lb4 Td4 64.Lc5 Td5 65.Lf2 Kf3 66.Le1 Td1 67.Kh2 Ta1! nebst 68.-Ta2+ -+
c) 58.Kg1 Kf4 58.Ld8 ist Zugumstellung zu b).
Nachtrag:
Ich habe übrigens im Müller gelesen, dass diese Stellung hier für Weiß eine Festung ist.

Hier kam es zum Kurzschluss
55.Lb8 Td7 56.Kh3 Kd5
und wegen 57.-Tb7 0-1.
Die Frage, die hier der deutsche IM Schneider bei chessbase stellte, war, was denn nach 55.h3 sei. In der Tat ist der Gewinn danach schwer nachzuweisen. Aber die Stellung ist auch dann gewonnen. Folgendes ist in Betracht zu ziehen:
1. Fast alle Bauernendspiele sind für Schwarz gewonnen. Es sei denn er kann nach dem Übergang die Opposition halten.
2. Weiß muss ständig verhindern, dass Schwarz einfach den Bh3 abholt. Dies kann durch einen schwarzen Königszug nach g3 geschehen. Allerdings hat Weiß gar nicht so viele Läuferzüge auf der Diagonalen b8-h2: g3 und f4 fallen aus naheliegenden Gründen aus, h2 führt eigentlich immer zum Tausch T gegen L und damit zu 1. die restlichen 4 Felder können die schwarzen Figuren überdecken.
Der Läufer kann natürlich wegen 1. auch nicht nach e1 und f2.
3. Aber es gibt Konstellationen, in denen Weiß seine beiden Bauern gegen den g-Bauern geben kann und dennoch remis hält. Das gilt es zu vermeiden.
Also stelle ich meinen Gewinnweg nach 55. h3 vor:
55.-Td7!
Vielleicht nicht der einzige Gewinnzug, aber der klarste. Viele Möglichkeiten hat Weiß nicht.
Schnell erledigen kann man
I.56.Lh2 Td2+ 57.Kg1 Txh2!
Vergleichsweise einfach ist auch
II.56.Lb8 Kd5!
Es droht 57.-Tb7. Danach muss der wL nach h2 und wird getauscht, das entstehende Bauernendspiel ist gewonnen für Schwarz. Also sofort:
57.Lh2 Tb7 58.Lg1
Der Läufer muss die Diagonale wechseln, da er sonst mit verlorenem Bauernendspiel abgetauscht wird. Jetzt dringt der Schwarze nach g3 ein.
58.-Tb3 59.Lf2 Ke4 60.La7 Kf4 61.Ld4 Td3 62.Lf6 Td2+ 63.Kf1 Th2 oder 63.Kg1 Kg3
Der nächste Zug ist
III.56.La5 Ta7!
Auf der a-Linie steht der Turm sehr gut.
57.Lb4 Ta6!
Verhindert die Rückkehr des Läufers auf die Diagonale b8-h2.
58.Le7 Kf4 59.Ld8 Ta2+ 60.Kf1 Kf3 61.Lf6 Td2 62.Ke1 Td5 nebst 63.-Kg3
Am schwierigsten wird es bei
IV.56.Lb6 Td2+ 57.Kh1 (57.Kg1 ist schlechter) 57.-Tc2
a) 58.La7 hat das Problem, dass Schwarz jetzt nicht mehr den Bg5 bedrohen kann. 58.-Tc8 verhindert die Aktivierung des Läufers. 59.Kg2 Kf4 - jetzt hat Weiß kaum einen guten Zug. Auf 60.Lb6 oder 60.Ld4 folgt 60.-Tc2+ und jetzt folgt auf 61. Lf2 einfach ein Tempozug auf der 2. Reihe, wonach der Widerstand schnell bricht. Also folgt 61.Kf1, um nach 61.-Kg3 nicht auch noch mit Mattdrohungen kämpfen zu müssen. Und jetzt 61.-Kg3 62.Le3 Kxh3 63.Lxg5 Kxg4.
Diese Stellung mit Turm + Randbauer gegen Läufer ist für Schwarz gewonnen. Das ist nicht selbstverständlich, denn stünde der wL auf f4 wäre es schon remis. Aber so ist es einfach: der Bauer zieht nach h2, das Weiß nicht pünktlich unter Kontrolle bekommt.
b) 58.Ld8 Kf4 59.Kg1
Und jetzt kann man schnell daneben greifen: 59.-Kg3? 60.Lxg5 Kxh3 61.Lf4! und Weiß hat h2 und damit remis. Daher:
59.-Tc3!
Solche Manöver sollte man sich einprägen. Die c-Linie ist ungünstig, da ein mögliches Lxg5 das Matt auf c1 deckt. Daher geht es jetzt mit Tempo auf die d-Linie.
60.Kg2 Tc8 61.Le7 Tc2+ 62.Kg1 (62.Kf1 Th2) 62.-Td2
Schwarz ist am Ziel angelangt, der König kommt nach g3, aber es gibt noch einen kleinen weißen Trick:
63.Lb4 Td4 64.Lc5 Td5 65.Lf2 Kf3 66.Le1 Td1 67.Kh2 Ta1! nebst 68.-Ta2+ -+
c) 58.Kg1 Kf4 58.Ld8 ist Zugumstellung zu b).
Nachtrag:
Ich habe übrigens im Müller gelesen, dass diese Stellung hier für Weiß eine Festung ist.
... link (6 Kommentare) ... comment
... older stories