Freitag, 17. Januar 2014
Wieder daneben, nur diesmal knapper
Zwei Jahre nach meinem letzten Auftritt bei der niedersächsischen Problemlösemeisterschaft habe ich es mal wieder versucht. Durch meine letzten Ergebnisse gehörte ich sicherlich zum Favoritenkreis.

Leider konnte ich wieder nicht gewinnen. Zwar holte ich aus den vier Aufgaben die volle Punktzahl, aber zwei Schachfreunde waren schneller als ich. Schade.

Danke an Holger Buck, der das Turnier jährlich organisiert und wieder einmal Aufgaben ausgesucht hat, die die Problemisten gegenüber Spielern kaum bevorteilen. Und so schaffte es der Teenager Spartak Grigorian, seinen Vorjahressieg zu verteidigen. Herzlichen Glückwunsch an ihn.

Nett war der folgende Vierzüger von Klaus Werner, den ich zum Lösen empfehle.

Werner 1990

Weiß am Zug, matt in vier. Viel Vergnügen!

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Mittwoch, 25. September 2013
Anderthalb
Wieder einmal wurde eines meiner Selbstmatts zur Löse-WM ausgesucht und wieder für das Open. Nachdem letztes Jahr gar keiner richtig lag (siehe mein Bericht), gab es diesmal eine komplette Lösung und eine halbe Lösung.

Die Komplettlösung stammte vom derzeitigen Weltmeister der Selbstmattkomposition Andrei Selivanov, die halbe kam vom deutschen Boris Tummes. Als der vermutete Entscheider über den ersten Platz erwies sich das Stück jedoch nicht, dafür waren die beiden, die sich dann den siebten Platz teilten, bei den Studien und den Mehrzügern zu schwach.

Es siegte Ofer Comay aus Israel punktgleich mit Arno Zude, der seine gute Form von der deutschen Meisterschaft anscheinend konservierte.

Von dem eigentlichen Weltmeisterschaftsturnier hatte ich lediglich ein Zwischenergebnis. Es sind mal wieder die üblichen Verdächtigen, die nach dem ersten Tag vorne sind: Die Polen holten am ersten Tag die volle Punktzahl 90, gefolgt von Serbien 86, Deutschland 82 und Russland 81.
Das Turnier ist inzwischen vorbei, das Endergebnis liegt mir noch nicht vor.

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Dienstag, 16. April 2013
Versuchs doch mal!
Momentan gibt es besonders viele Gründe, das Komponieren anzufangen. Vor allem sind das Turniere zu Ehren einiger lebender und verstorbener Persönlichkeiten des deutschen Problemschachs.

Auf http://www.dieschwalbe.de/kompositionsturniere.htm findet man die Thementurniere zu den runden Geburtstagen von drei der größten deutschen Komponisten, Maslar, Rehm und Axt. Zudem ist dort das Rainer Ehlers Gedenkturnier ausgeschrieben, der viel zu früh einem Krebsleiden erlag.

Außerdem gibt es das Speckmann Memorial. Werner Speckmann wäre dieses Jahr 100 geworden.
Das Thema ist die Kaiserin, eine Mischung aus Springer und Turm, die mir bis dato als Kanzler ein Begriff war.

Viel Spaß beim Komponieren!

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Dienstag, 25. September 2012
Lesetipp
Thomas Brand ist Sachbearbeiter für Retro und Schachmathematik in der Schwalbe und damit einer der ganz großen Kenner in diesem Bereich. Auch er hat den Schritt in die Bloggerszene gewagt und seinen
Retroblog aus der Taufe gehoben.

Ich wünsche dem Autor viel Erfolg, bedanke mich an dieser Stelle, verlinkt worden zu sein und empfehle die Seite jedem Retrofan als Lesezeichen in den Favoriten.

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Dienstag, 18. September 2012
Keiner
Ich habe gestern bei der offenen Problemlöseweltmeisterschaft teilgenommen. Sie findet derzeit in Kobe in Japan statt.

Nicht, dass ich körperlich anwesend war, aber mein s#7 hatte im offenen Turnier die Startnummer 12. Unter den 65 Teilnehmern waren viele Lösegroßmeister. Gelöst hat das Stück keiner.

Ein Grund ist sicherlich, dass die anderen Stücke auch zum Teil sehr hart waren (ein h#5 hatte genau einen Löser, der dann auch das Turnier für sich entschied) und es ganz am Ende stand, aber im Nachhinein war es dann wohl doch nicht für einen solchen Wettbewerb geeignet. Besser wäre es eventuell im eigentlichen Weltmeisterschaftsturnier (die offene Weltmeisterschaft findet einen Tag vor den geschlossenen Teamwettkämpfen, in denen der eigentliche Weltmeister und der Mannschaftsweltmeister gekürt wird, statt) aufgetaucht, wo es dann wohl sicherlich ein paar Löser gegeben hätte, da es dann neben einem Selbstmattzwei- und einem Selbstmattdreizüger für 80(? - vielleicht waren es auch 90) Minuten zur Lösedisposition gestanden hätte. Vielleicht war es aber auch dafür zu schwer.

Ansonsten bin ich gespannt, wie das eigentliche Turnier ausgeht und drücke den deutschen Jungs die Daumen. Im offenen Turnier sahen Zude, Pfannkuche und überraschenderweise auch Czeremin mit den Plätzen 6, 8 und 10 sehr gut aus, während der stark eingeschätzte Tummes mit seinem 26. Platz sicher sehr unzufrieden ist.
Eine Besonderheit ist sicherlich die Anwesenheit des starken französischen Großmeisters Vachier-Lagrave, der im offenen Turnier bereits einen respektablen 13. Platz belegte. John Nunn nahm schon öfter (auch erfolgreich) teil, aber ein Over the board-Schachspieler mit einer ELO von fast 2700, ist schon eine Seltenheit im Problemschachzirkus.

Wen es interessiert, der schaue hier mal:
MatPlus zur Weltmeisterschaft in Kobe .

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Montag, 30. Januar 2012
ISC 2012 - außer Spesen... ach, nicht mal die gab es
Am Sonntag fand eine der größten Problemlöseveranstaltungen statt: International Solving Contest, kurz ISC.

Die Idee ist clever: Problemisten treffen sich nahezu zeitgleich an verschiedenen Stellen der Erde und lösen mit dem gleichen Zeitlimit die gleichen Aufgaben.

Ich machte mich also auf den Weg nach Münster, dem deutschen Austragungsort. Im Wesentlichen war es eine Lehrstunde für mich, denn in der ersten Runde kam ich mit dem Format gar nicht klar: Es galt in zwei Sitzungen, je einen 2-, 3-, n-Züger, eine Studie, ein Hilfs- und ein Selbstmatt zu lösen. In der ersten Runde habe ich viel zu viel Zeit in das Selbstmatt gesteckt, fand aber den Schlüsselzug einfach nicht. Die restliche Zeit reichte gerade noch, um den Zweizüger und eine Variante des Mehrzügers zu lösen. 7,5 Punkte - ein desaströses Ergebnis. Die Rückrunde lief dann etwas besser, 12 Punkte waren angesichts der ungeeigneten Studie, die kein einziger Löser geknackt hat, in Ordnung. Am Ende sind 19,5 Punkte viel zu wenig, mein Ziel war 50%, das wären, wenn man eben genannte Studie rausrechnet, 28 Punkte gewesen und war auch im Bereich des Machbaren.

Am Ende hatte es Piotr Murdzia mal wieder geschafft, bester Deutscher war mal wieder Boris Tummes auf Platz 5.
Einzelheiten gibt es hier.

Nachtrag: Es wurden noch einige Ergebnisse nachgeliefert, so dass sich gar in der Spitze noch etwas geändert hat. Ganz vorne steht nun der Belgier Eddy van Beers vor Vladimir Pogorelov und dann erst Piotr Murdzia. Boris Tummes wird auf dem achten Platz gelistet.

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Montag, 23. Januar 2012
Losso jetzt auch bei Schach-Welt
Um mein problemschachliches Sendungsbewusstsein ein wenig zu befriedigen, habe ich beschlossen, Problemschachthemen einem breiteren Publikum zu präsentieren.

Daher arbeite ich nun auch mit Jörg Hickl zusammen für sein Schach-Blog schach-welt.de. Dort übernehme ich die Rubriken Studie des Monats und Problem des Monats.
Schaut doch mal vorbei, vielleicht könnt ihr euch ja auch an der Lektüre dort erfreuen.

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Samstag, 14. Januar 2012
Und dann war da noch...
...die Niedersächsische Problemlösemeisterschaft, die am 02.01. im Rahmen der Niedersachsenmeisterschaft in Verden statt fand.

Ich wollte gerne teilnehmen und machte mich daher auf den durchaus langen Weg. Es kam, wie es kommen musste:
Die Stücke waren durchweg orthodox (ein Zweizüger, ein Dreizüger, ein Vierzüger und eine Studie) und vor allem sehr steinarm. Erschwerrend kam noch hinzu, dass der Zwei- und der Dreizüger so gewählt waren, dass auch die schwächeren Teilnehmer Punkte bekommen würden. All dies lässt den Vorteil, den man als im Problemschach beschlagener hat, auf ein Minimum gegenüber den Normalschachteilnehmern schmilzen. Ich kann den Turnierleiter durchaus verstehen, dass er meint, mit solchen Formaten das Normalschachpublikum am ehesten zu erreichen. Aber nach meinem Wissen gab es in den vergangenen Jahren kein einziges Stück modernen Inhalts, was ich tendenziell dem offiziellen Status des Turniers unangemessen finde. Na ja.

Und so kam es, wie es kommen musste: Der Zweizüger, der Dreizüger und die Studie standen nach 15 Minuten auf dem Blatt, nur beim Vierzüger war ich komplett blockiert. Ihr könnt euch gerne daran probieren und euch über meine Unfähigkeit lustig machen...

Ärgerlich jedenfalls - eigentlich hätte ich das packen müssen, zumal ich eigentlich fast alle wichtigen Erkenntnisse beisammen hatte.

Speckmann 1950

Weiß am Zug, Matt in 4. Speckmann, 1950

Am Ende wurde es der 4. Platz und ich konnte mich über einen von Problemschachlegende Godehard Murkisch gestifteten Buchpreis freuen, in dem ich gern schmökere. Murkisch, der jüngst zum Ehrenmitglied der Schwalbe gekürt wurde, landete direkt hinter mir auf dem fünften. Es grenzt an ein Wunder, dass er die Studie weder kannte noch lösen konnte:



Weiß am Zug gewinnt.
Quelle habe ich leider vergessen.

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Samstag, 27. August 2011
Konstruktionsaufgaben
Am Freitag habe ich in meinem Verein zwei Mannschaften gegeneinander antreten lassen mit Schachknobeleien. Nach ein paar Miniretros (z.B. setze den schwarzen König ein, dann Matt in 1 oder setze einen weißen Bauern ein, so dass die Stellung illegal ist) haben die Mannschaften auch Konstruktionsaufgaben bekommen, die ich hier mal posten möchte.

Voraussetzungen: Es sollen drei Matt in zwei und ein Matt in eins konstruiert werden. In der Stellung ist Weiß am Zug, steht nicht im Schach und hat nur einen Gewinnzug, der bei den Zweizügern. optimalerweise auch nicht Schach gibt. Zudem sind Themen zu erfüllen und man muss mit möglichst wenig bzw. möglichst günstigem Material auskommen. Anbei die Wertigkeit der Figuren wD=10 wT=7 wL=4 wS=4 wB=2 sD=8 sT=5 sL=3 sS=3 sB=1.

1. Aufgabe
Thema Zugzwang: Der weiße Schlüsselzug droht kein Matt.

2. Aufgabe
Thema Schachprovokation: In der Ausgangsstellung hat Schwarz, wenn er am Zug wäre, kein Schach; der Schlüsselzug ermöglicht jedoch ein schwarzes Schach.

3. Aufgabe
Die Aufgabe soll folgende Lösung haben:
1.Tf4 droht 2.Ta7#
1.-Dxf4+ 2.Tb4#
1.-Dd7+ 2.Txd7#
1.-Dd1+ 2.Tb3

4. Aufgabe (Matt in eins)
In der legalen Stellung gibt es für beide Parteien zusammen nur einen einzigen Zug (nämlich einen weißen Zug) und dieser setzt matt.

Von den Ergebnissen der beiden Mannschaften war ich begeistert. Jede Mannschaft hat in zwei der 4 Aufgaben den wahrscheinlichen Bestwert erreicht:
Die erste Aufgabe wurde mit 5 Wertigkeitspunkten erledigt, die zweite mit 9. Die dritte hat eine Partei mit 30 Punkten erledigt, die andere Mannschaft hätte noch einen schwarzen Bauern sparen können und lag somit mit 31 knapp dahinter. Die 4. Aufgabe wurde mit 9 Punkten gelöst.
Vor allem die Lösungen zu den Aufgaben 2 und 4 haben mich beeindruckt. Dass die Mannschaften in so begrenzter Zeit mit einer derart guten Lösung dienen konnten (für die Konstruktionen plus 5 kleine Retroaufgaben hatten die Mannschaften aus je 3 Spielern zwischen 1300 und 2000 1,5 Stunden Zeit), hatte ich nicht erwartet. Bei 4 hat die bessere Mannschaft auch eine Lösung mit 8 Werteinheiten gehabt, dann aber selber festgestellt, dass diese illegal ist. Eine gute Leistung für Normalschachspieler!

Wer möchte, kann sich ja selber mal probieren. Oder aber mein kleines Konstruktionsexperiment mal im eigenen Schachverein ausprobieren.

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Dienstag, 12. Juli 2011
Sommer-Dutzend 11/12
Die folgende Studie von Peter Krug (Schach-Aktiv 2011) ist ziemlich tiefgründig. Ihr werdet hoffentlich auf die richtige Idee kommen.

Peter Krug 2011

Weiß am Zug gewinnt. Schwierigkeitsgrad: ordentlich.

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