Samstag, 5. April 2014
Tolle Angriffspartie
Beim Kapros-Open kam es zur Begegnung Saleh Salem-Ivanisevic. Weiß stand schon um Längen besser als er sich im 14. Zug dann für einen wahrhaft waghalsigen, aber korrekten Plan mit Damenopfer entschied (anstatt mit dem einfachen 14.f3 Vorteil zu haben).

Saleh Salem - Ivanisevic, Stellung nach dem 13. Zug.
Hier kam 14.Le8! droht 15.Lf7# und 14.-Sxe8 15.Dxg4 ist gänzlich unprickelig für Schwarz. 14.-g6 15.Dxg4!!. Gibt die Dame für den Läufer. Lustigerweise genau der Läufer, den Weiß am Ende mehr hat. Klickt einfach mal oben auf den Link, da seht ihr den weiteren Verlauf.
Wirklich beeindruckend das Damenopfer, zumal 17.-Kh6 ja auch noch möglich war und der stille Zug 18.f4! wohl schon zum Zeitpunkt des Opfers geplant gewesen sein dürfte. Außerdem bekommt er wirklich erst einmal nur den einen Läufer für die Dame. Nur das Ende mit dem Materialrückgewinn ist dann ein wenig profan, 20.0-0 wäre um einiges ästhetischer gewesen.

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Donnerstag, 2. Mai 2013
Aufstieg!!
Gut und schlecht waren vor dem letzten Spieltag unsere Chancen, den zweiten Aufstieg unseres Vereins in die Verbandsliga zu erreichen.

Gut war die Ausgangslage: Ein Mannschaftspunkt Vorsprung hatten wir auf den Zweiten Sulingen, der sich mit vielen 4,5:3,5 durch die Saison gemogelt hatte. 2 Mannschaftspunkte und dreieinhalb Brettpunkte waren es gegenüber dem Dritten Lehrte II. Bei zwei Aufsteigern musste also einiges schief gehen, damit der Aufsteig nicht gelingen sollte.
Schlecht war, dass dann tatsächlich auch einiges schief ging: Die erste Mannschaft darf sich aus dem Kader der ersten beiden Mannschaften bedienen. Von diesen zwanzig Leuten hatten an diesem Sonntag genau sechs (!) Zeit und Lust auf Schach. Der Gegner war durchaus stark und hatte auch noch, wenn auch sehr geringe, Aufstiegschancen.

Auch ich war nicht dabei (Artikel darüber, was ich in der Zeit so getrieben habe, folgt) und trotz einer Niederlage von 3,5:4,5 ging die Sache gut für uns aus: Sulingen verlor gar und steigt nicht auf (erspart uns mutmaßlich ein sehr unangenehmes Auswärtsspiel) und Lehrte II holte ein 5:3 und blieb daher nach Brettpunkten hinter uns, ist aber Mitaufsteiger.

Jetzt dürfen wir uns nächstes Jahr wieder in der Verbandsliga versuchen.

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Sonntag, 24. Februar 2013
Viele Fehler beider Seiten
Momentan wird mein Schachdenken von Spiel zu Spiel oberflächlicher, dafür werden die Ergebnisse immer besser. Das liegt auch daran, dass meine Gegner immer neue Möglichkeiten finden, am für sie glücklichen Ende vorbeizugehen.
Das folgende Beispiel zeigt aber auch, dass die Komplexität, die sich bei Schwerfigurenendspielen DT vs. DT ergibt, für den Menschen schwer erfassen lässt.

Hier liegt eine Stellung vor, die sich noch in etwa im Gleichgewicht befindet. Ich hatte mich schon ein paar Mal glücklicherweise ohne schlimmere Folgen verrechnet. Mein sympathischer Lehrter Gegner hat gerade 24.-Te6 gespielt. Nach 25.Dd3 hätte ich vielleicht winzige Initiative gehabt.
25.Td4?
Übersieht völlig den folgenden Zug, der einen Bauern für Schwarz gewinnt.
25.-Tc6 26.Dd2 Txc1+?! Sofort 26.-Lxf5 ist noch stärker, wenn ich tausche, repariere ich noch seine Bauernstellung. 27.Dxc1 Lxf5 28.gxf5 Dxf5

Vielleicht ist das noch nicht verloren für Weiß, aber die Trümpfe liegen in der Hand des Schwarzen. Der Mehrbauer ist zwar ein Isolani, aber die weiße Königstellung gibt auch Anlass zur Sorge.
29.Dd1?! Der zweitbeste Zug. 29.Dc5 wäre tatsächlich gegangen. Ich habe 29.-Tc8 befürchtet, aber der schwarze Angriff schlägt nicht durch. Ich hatte übersehen, dass die weiße Dame von d5 aus h1 deckt.
29.-Td8 30.Tf4 De6

Langsam zeichnete sich ab, dass der Ausgang meiner Partie keine Bedeutung für den Mannschaftskampf mehr haben dürfte. Hier kam durchaus in Betracht, einfach nichts zu unternehmen und zu schauen, wie mein Gegner gedenkt, Fortschritte zu machen. Hinterher zeigte er mir seinen Plan, nämlich Td6 nebst Dg6+ und auf Tg4 Dxg4 nebst Tg6 und Bauerndendspiel mit Doppelmehrbauern.
Es gab aber noch einen guten Grund, Aktivität zu suchen: Mein Gegner hatte nur noch 4 Minuten auf der Uhr.
31.Dd4 Td6 Die Flexibilität des schwarzen Turms auf der sechsten Reihe hatte ich ziemlich unterschätzt. Beim jetzt folgenden Zug war ich mir nicht sicher, ob er widerlegbar ist, aber das Risiko wollte ich aufgrund der knappen Zeit meines Gegners eingehen, zumal bei der Materialkonstellation oftmals viele Fehler passieren.
32.Dxa7?
Das ist widerlegbar und es ist gar nicht so furchtbar schwer.
32.-Dg6+ 33.Kf1 Alles andere scheitert ziemlich trivial.

33.-Dd3+? 34.Ke1? Tc6?
Was war passiert? Schwarz konnte im 33. Zug mit 33.-Db1+ 34.Ke2 Dc2+ 35.Ke1 Th6 gewinnen. Ich hätte mich im 34. mit 34.Kg2 am seidenen Faden hängend halten können und im 34. lässt mein Gegner Th6 erneut aus. 34.-Tc6 droht ja auch Matt, aber die offene h-Linie stört Schwarz gewaltig. Jetzt habe ich wieder ein Remis so gut wie sicher.
35.Db8+ Kh7 36.Th4+

36.-Kg6?!
Schwarz will unbedingt die Konstellation gegen meinen König aufrecht erhalten, begibt sich aber freiwillig selbst an den seidenen Faden. Ob das mit so wenig Zeit so klug ist? 36.-Th6 sieht nach Friedenspfeife aus.
37.Dg3+ Kf6 38.Tf4+
Hier gehe ich wieder Risiko, wohl wissend, dass ich nicht im Entferntesten in der Lage bin, die Folgen abzusehen. Sicherer wäre etwas wie Df3+ nebst Dd1.

38.-Ke7
Auch mein Gegner hat Lust zu zocken und vermeidet 38.-Ke6 39.Dg4+ Kd6 40.Dd1=.
Hier hat er schon deutlich unter einer Minute auf der Uhr.
39.Dg5+ Ke8
Noch sieben Sekunden!
40.De5+

40.-Kf8?
Im vierzigsten Zug greift mein Gegner fehl. Dabei hätte ich nach dem richtigen 40.-Kd8 genau spielen müssen und nach 41.Db8+ Tc8 42.Dd6+ Ke8 nicht auf 43.De5? verfallen (43.-Kf8 44.Da1 Tc2 45.Dd1 Dc3+ 46.Kf1 Tc1-+), sondern das genaue 43.Da3 spielen müssen.
41.Db8+ Ke7

Was nun? 42.Txf7+ führt zu einem Damenendspiel mit Mehrbauern, das eventuell gewonnen ist. Aber der andere Zug sieht auch sehr verlockend aus.
42.Dxb7+?!
Interessanterweise gibt es jetzt wieder einen sehr schmalen Pfad der schwarzen Rettung. Praktisch keine schlechte Wahl, aber objektiv gesehen ist das falsch.
42.-Kd6 43.Db8+ Ke6 44.De8+ Kd6 45.Df8+

Aufgabe für die Leser: Mit welchem Zug hält sich Schwarz hier?
45.-Kc7? 46.Txf7+ Kb6 47.Db4+ 1-0

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Sonntag, 10. Februar 2013
3 Spiele später
Wollte mich nur mal melden.
Die letzten drei Spiele waren ganz besonders ereignisarm. Zwei sehr unangenehme Auswärtsspiele schmückten den Januar. Das erste war in Sulingen. Dort zeigte sich mal wieder, dass die Gleichung -100 DWZ pro Stunde Anfahrt Gültigkeit hat. Ich war völlig übernächtigt und wäre fast am Brett eingeschlafen, wurde aber noch rechtzeitig vom einzügigen Figureneinsteller meines Gegners geweckt. Leider ging der Mannschaftskampf in die Hose.

Eine Woche später ging es dann wie angekündigt nach Buxtehude. Da ich die Leser nicht mit einer Slawisch-Abtauch-Partie von mir mit entsprechendem Ergebnis "beglücken" möchte, bleibt der Hinweis, dass wir gegen den Verbandsligisten rausgeflogen sind trotz einer 1:0 Führung nach ca. einer Viertelstunde nach dem Kurzsieg 1.d4 Sf6 2. Lg5 c5 3. dc e6 4. Sd2 Lc5: 5. Se4 Se4: 0:1 von Marius.

Wenig Schlaf gab es auch diese Nacht, aber auch einen ziemlich unambitionierten Gegner, der die erste Gelegenheit zur Stellungswiederholung nutzte, was ich an der Stelle dann nicht mehr verhindern konnte, aber mir auch ganz recht war.

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Freitag, 11. Januar 2013
Auf nach Buxtehude?!
Noch ein Nachtrag aus letztem Jahr.

Im Landespokal trafen wir auf den um eine Liga höher als wir spielenden Verbandsligisten Weiß-Blau Eilenriede. An die hatten wir gemischte Erinnerungen: So verloren wir letztes (oder war es vorletztes?) Jahr gegen Eilenriede im Finale um den Pupspokal, aber in der Liga konnten wir einen Sieg erringen.

Und so saß mir erneut Fritze Obert gegenüber, der die weißen Steine führen durfte. Er spielte wieder Englisch, aber diesmal wählte ich nicht die englische Verteidigung (man erinnert sich hier), sondern so einen Königsindischen Aufbau. Nicht dass ich mich damit auskennen würde, aber das Ergebnis war diesmal deutlich besser. Ich konnte sogar einen Vorteil verbuchen, aber der Übergang in das Mittelspiel war mal wieder ziemlich schwach. Doch im Endergebnis fand ich mich in dieser Stellung leicht im Vorteil.



Sein Springer ist tief in meiner Stellung vergraben. Er zwingt mich zum umsichtigen handeln, andererseits hat es Weiß hier schwer, einen sinnvollen stellungsverbessernden Plan zu finden. Ich hingegen konnte noch Fortschritte machen und zwar mit dem h-Bauern und dem schwarzfeldrigen Läufer. Und so waren wir sechs Züge später, im 35. Zug, in dieser Stellung angekommen.



Das sieht doch schon sehr vielversprechend aus. Kollege Blechbüchse möchte hier noch weiter verstärken mittels Th6, aber ich sah eine Stellung, bei der ich der Meinung war, dass ich sie eventuell gewinnen kann, aber es gab einen kleinen Haken:
35.-hxg3 36.fxg3 Txf1+ 37.Dxf1?



Ich schrieb oben ja, dass der Springer auf c7 mich zu umsichtigen Spiel zwingt. Hier war der Zeitpunkt, an dem Weiß ihn nutzen konnte, denn auf 37.Lxf1 hatte ich 37.-Ld2 geplant, was auf alle weißen Antworten sehr gut ist bis auf 38.Se8!! Aber das soll man in Zeitnot erst einmal sehen. Jetzt bekomme ich deutlichen Stellungsvorteil.

37.-Ld2 38.Dxf7 Txf7 39.Ta3 Lb4 40.Ta2 Lc5+



Zeitkontrolle erreicht. Meine Figuren dominieren. Hier halte ich definitiv alle Trümpfe in meiner Hand.

41.Kh1 Kg7 Das Schach auf e8 bringt nichts außer eine Verbesserung der schwarzen Stellung des Königs.
42.Td2 Kf8 43.Tb2



Mein Turm ist zwar aktiver als der Weiße, aber die Gewinnführung ist ohne Türme einfacher. Dem Tausch kann Weiß nicht ausweichen.

43.-Tf2 44.Txf2 Lxf2 45.Lf1 Le1



Die weiße Stellung ist hoffnungslos. Daher entschied sich mein Gegner für die Brechstange.

46.c5 dxc5 47.Lxa6 bxa6 48.Se6+ Ke7 49.Sxc5 Lxa5 50.b7 Lxb7 51.Sxb7 Lb4 0-1



Auf b7 steht der Springer auch nicht besser als auf c7...

Durch diesen Sieg haben wir 2:2 "gewonnen" aufgrund der Berliner Wertung. Eigentlich prima, aber das Los gab uns ein Auswärtsspiel in Buxtehude. Die Freude über diesen Sieg kühlt sich nach dieser Auslosung durchaus etwas ab.

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Donnerstag, 13. Dezember 2012
Pläne
Ich habe ein hübsches Partiefragment von Frank Richter bekommen, das ich hier gerne vorführe. Ich habe noch ziemlich viel auf Halde, bei dem ich einfach nicht dazu komme, es hier einzustellen und hoffe einfach mal auf die Zeit zwischen den Jahren.

Doch nun zu Franks Partie.
Im Ligabetrieb hatte er Weiß gegen Felix Schmekel.

Die folgenden Züge sind ein typisches Beispiel dafür, dass im Amateurschach ein Plan nicht zwangszweise mit einer Stellungsverbesserung für denjenigen, der ihn fasst, verbunden ist.
22.Dc3 Lc6 23.Da3?!
Diese Belagerung des a-Bauern erweist sich als wenig zweckmäßig. Kein guter Plan.
23.-Tfc8!

Der a-Bauer kann wegen 24.-Sc2 nicht genommen werden. Zudem bereitet Schwarz seinen nächsten Zug vor und zwar einen, den man regelmäßig übersieht.
24.Se1?
Konsequent, aber nicht gut. Nach dem eben gelesenen ist es klar, was er bezwecken soll, nämlich Sc2 aus der Stellung nehmen und damit 25.Txa5 drohen. Allerdings gibt es ein sehr großes Aber...
24.-Lf8!
Läuferrückzüge sind die am meisten übersehenen Züge, habe ich einmal gelernt. Nun ist Weiß in Schwierigkeiten.
25.Dc3!
Gerade noch rechtzeitig erweist sich der Weiße bereit zur Reue. Turmzüge scheitern samt und sonders am alten Bekannten Sc2.
25.-Lxc5 26.dxc5

Im Amateurschach ist das eine ganz gefährliche Stellung...und zwar für Schwarz. Zwar ist ein Turm normalerweise etwas mehr wert als ein Läufer, aber zum einen war der Läufer ein treuer Begleiter des schwarzen Königs, zum anderen ist ein forcierter Übergang in ein günstiges Endspiel nicht in Sicht. Zudem ist das Feld d4 eine schöne Operationsbasis für Weiß.
Und so wird diese Stellung zum Wendepunkt, wofür es noch einen weiteren Grund gibt: Weiß hat es hier ganz leicht, einen guten Plan zu finden, was für Schwarz nicht ganz so einfach ist.
26.-Db7 27.Dd4 De7 28.Ta3 Tcb8 29.Ld2

Hier müsste Schwarz schon eine Genauigkeit bringen, die man von einem Hobbyspieler nicht erwarten kann. Die Stellung ist objektiv ausgeglichen, aber mit Weiß spielt sich das richtig einfach: Am Damenflügel dicht halten, am Königsflügel den Alten erledigen.
29.-Dd8?
Das ist schon der entscheidende Fehler. Am besten war wohl 29.-Lb5.
30.Df4 Df8 31.Th3 Dg7 32.Txh6+ Kg8 33.Dh4

Der Tod lauert auf d2. Schwarz ist völlig hilflos.
33.-d4 34.Lg5 Sd5 35.Lf6 Sxf6 36.exf6 g5 37.Dh5 1-0

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Sonntag, 25. November 2012
Manchmal muss man keine guten Züge machen...
...es reicht, dem Gegner zu suggerieren, man würde dies tun.

Loßin-Kaufhold

Das ist die Stellung nach dem 34. Zug. Ich habe Weiß, bin am Zug, beide haben noch weniger als 2 Minuten auf der Uhr. Ich wollte hier 35.Txd4 spielen, sah aber gerade noch 35.-Se2+, also:

35.Te1 f6 36.Txd4 exd4 37.Kxf4

So weit so gut, wäre da nicht so ein "unbedeutendes" Zwischenschach auf h5, dass der Schwarze hier hätte einstreuen können.

Ansonsten war die ganze Zeitnotphase niedrigstes Schachniveau. Meinen Springer auf d6 hätte er beispielweise vorher schon ca. dreizügig abholen können, weil ich ihm keinen Rückzugsplatz gewährt habe. Gruselig, aber der volle Punkt blieb bei mir.

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Mittwoch, 24. Oktober 2012
Endlich
Nach der vermaledeiten Saison letztes Jahr habe ich dieses Jahr den Auftakt mit einem Sieg begehen können. Und das gegen den wertungsstärksten Gegner.

Obwohl ich ahnte, dass es wohl einen Königsinder geben würde, stand ich schnell schlechter:

Loßin-Dämmig

Den Bauern auf c4 gegen den schwachen d6 zu tauschen, war natürlich eigentlich nicht mein Plan. Ich strebte nun nach Gegenspiel unter Bauernopfer.
14.Le3?! Scxe4?!
Genauer ist 14.-Sfxe4 15.Df4 f5, wonach es wohl ein glatter Minusbauer sein dürfte.
15.Df4 g5 16.Dc7
Immerhin ein bisschen Spiel für den Bauern. Und wer weiß, dachte ich mir, vielleicht wird der g5 mal schutzbedürftig.

Loßin-Dämmig

16.-Lf5?!
Ein dubioser Plan. Ich bekomme den Bauern zurück (es sei denn, Schwarz zieht gleich reumütig den Läufer zurück) bei gutem Spiel.
17.Sd4 Lg6 18.Dxb7 Tfe8?
Wahrscheinlich wollte mein Gegner Sxg3 drohen, aber am Ende hängt der Ta8, was ich während der Partie gar nicht bemerkte. Besser wäre 18.-Sxc3 gewesen.

Loßin-Dämmig

19.Sxc6?
Ein ärgerlicher Fehler. Einfach einen Turm nach c1 stellen und es sieht sehr gut aus für mich. Ich sah hier eben den Geist von Sxg3, der aber ganz einfach an fxg3 scheitert. Allerdings habe ich immer noch ein bisschen Vorteil.
19.-Sxc3 20.bxc3 Le4!
Ein wichtiges Entlastungsmanöver.

Loßin-Dämmig

Es folgen jeweils zweit- bis drittbeste Züge von beiden Seiten.

21.Lxe4 Sxe4 22.Ld4 Lxd4 23.cxd4 Sd6?!

Einerseits möchte Schwarz damit blockieren, aber andererseits zementiert das die Aktivität von weißer Dame und Springer.

24.Dd7 Te6

Loßin-Dämmig

Mein Gegner hatte nur noch wenig Zeit. Ich dachte kurz darüber nach, einen Turm nach c1 zu stellen, was hier auch objektiv die beste Wahl ist und beträchtlichen Vorteil verspricht. Ich entschied mich statt dessen dafür, ihn zu einem Fehler zu verleiten, was auch funktioniert.

25.Se5?! Dxd4?
Das hat wohl geklappt. In seiner Zeitnot hätte ich wohl instinktiv 25.-Dc8 versucht, was viel besser ist.
26.Sxf7! Df6 27.Sxg5!

Loßin-Dämmig

Ich wusste doch, dass der Bauer mal zum Problem für Schwarz wird...
Mit zwei Mehrbauern ging es ins Doppelturmendspiel, wo ich dann auch noch den h-Bauern gewann, aber an zwei Stellen noch Kleinigkeiten beachten musste.

Loßin-Dämmig

Wie schnell man im Doppelturmendspiel fehlgreifen kann, sieht man an folgender Variante:
51. Th6+ Kf5 52.Tf7+?? Kg4!

Loßin-Dämmig Variante

Es ist bereits Remis! Schwarz droht Kf3 mit Mattdrohungen auf der h-Linie. Das weiße Material sorgt für optimale Abschirmung. Beispiel:
53.Tg6+ Kf3 54.Tb7 Ta2+ 55.Kh3 Ta1 56.Tb2 Th1+ 57.Th2 Txh2+ 58.Kxh2 Ta2+ und der schwarze Turm muss nur auf der ersten und zweiten Reihe hin- und herwackeln. Sehr instruktiv!

51. Tg5!

Loßin-Dämmig

Lieber einen Bauern zurückgeben und auf der h-Linie mit dem Einzug drohen. Mein Gegner muss hier natürlich schon auf ein Wunder hoffen, spielte aber trickreich
51.-Ta2+ 52.Kh3 Txa4
Hängt jetzt nicht f4?
53.h5!
Die beste Lösung, nach 53.-Txf4 54.Tg6+ nebst zwei Turmschachs auf der b-Linie geht der Turm verloren. Ab jetzt war es einfach und nach dem 64. Zug 1-0

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Mittwoch, 9. Mai 2012
Nachrichten
Randolf gewinnt das Frühjahrsopen 2012
Überlegen hat Randolf Prüßner das Frühjahrsopen seines Vereins gewonnen und sich damit den Titel des Gemeindemeisters gesichert. Der an fünf gesetzte Spieler von den Schachdrachen Isernhagen schlug in einer beeindruckenden Partie in der letzten Runde am 4. Mai den favorisierten Eilenrieder Oliver Schmidt und sicherte sich mit 4 Punkten aus 5 Partien den Gesamtsieg. Den Zweitplazierten Sven-Hendrik Loßin (ebenfalls Schachdrachen Isernhagen) distanzierte er damit um einen halben Punkt. Es folgten Christian Hachtmann, Marius Eilert (je Schachdrachen Isernhagen) und Kurt Meier (Schachtiger Langenhagen) mit jeweils 3 Punkten.

So die Pressemeldung, die ich dazu geschrieben habe. Die Letztrundenpartie findet ihr auf schachdrachen.de. Meine Letztrundenpartie remisierte ich, wobei ich eine gute Gelegenheit ausließ, mit einem Sieg das Turnier zu beenden.

Arno Zude Deutscher Meister im Problemlösen
In einem äußerst knappen Zieleinlauf sicherte sich Arno Zude den deutschen Meistertitel im Problemlösen. Die ersten fünf Plätze trennten dabei gerade einmal 1,5 Punkte (eine komplett gelöste Aufgabe bringt 5 Punkte). Der Tscheche Michal Dragoun schob sich in der letzten Runde (Hilfsmatts) noch auf den zweiten Platz vor, dritter wurde Vorjahressieger Boris Tummes.
Die Meisterschaft fand in Furth im Wald statt, ich nahm dieses Jahr nicht teil. Nächstes Jahr heißt der Ausrichter Werder Bremen, da ist die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme dann doch deutlich höher.

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Dienstag, 10. April 2012
Beschäftigt...
Hallo an diejenigen, die hier trotzdem noch mitlesen.

Die Zeit erlaubte mir die letzten Wochen nicht, diesen Blog so zu bewirtschaften, wie es der Leser verdient hätte.
Zu berichten gibt es drei Remisen gegen nominell schwächere Gegner, die aber trotzdem Mut machen, da ich gleich drei Mal den Kopf aus einer schon eng zugezogenen Schlinge zog. Nur für meine Mannschaft gibt es leider kaum noch Hoffnung. Hauptsächlich nährt sich diese daraus, dass evtl. nur eine Mannschaft aus unserer Liga absteigt.

Einmal habe ich jedoch einen Weg zu Vorteil (wenn auch eher kleiner bis hin zur Wertung unklar) ausgelassen.
Prüßner-Loßin 2011
Mein Gegner Randolf hatte gerade 28.Th4 gespielt. Ein Zug, mit dem ich jederzeit rechnen musste, ermöglicht er doch scheinbar den Zugriff auf h6. Beide lebten wir nur noch von wenig Zeit und der Aussicht auf 30 Sekunden Inkrement pro Zug. Hier machte ich einen typischen Fehler: Die ganze Zeit nach dem Pfad suchend, der nicht am Königsflügel die Partie verliert, sah ich hier eine scheinbar rettende Abwicklung:
28.-Te1+ 29.Kf2 T1e2+ 30.Kg3
Prüßner-Loßin 2011
So hatte sich Weiß das gedacht. Keine Schachs mehr und nach der Flucht der schwarzen Lady entscheidend auf h6 einsteigen. Besser war übrigens 29.-Da5.
30.-g5!
Auf diese Verteidigungsressource hatte ich mich verlassen, wohl wissend, dass das Turmendspiel zwar immer noch für Weiß günstig, aber eventuell haltbar sein sollte. Doch jetzt kam es zum Austausch von Komplimenten:
31.Tg4? Dh4+? 32.Txh4 gxf4+ und bald später remis. Für Dh4+ wurde ich nachher noch gelobt, dabei hätte ich hier einfach 31.-h6! spielen können, wonach Weiß ziemlich schlecht koordiniert ist. Doch weder mein Gegner noch ich hatten bemerkt, dass die Initiative des Weißen hier schon nicht mehr so stark war.
Wie gesagt, ein typischer psychologischer Fehler: nach langer Verteidigung greift man nach der Variante, die einem die Annäherung an das Remis verspricht. Dies verstellt einem oft die Sicht auf chancenreiche Fortsetzungen.

Gut lief dann noch das Osterschnellschachturnier mit 4,5 aus 5. Interessant dabei: 3 Siege durch Qualleneinsteller, während ich beim Remis selbst eine solche geben musste, um die Stellung zu halten.

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