Donnerstag, 3. Dezember 2009
Hartplatzhelden...
...würde Stefan von den Schachblättern wohl die folgende Kombi überschreiben.
Ihren Protagonisten, Wolfgang Uhlmann, muss man wohl nicht weiter vorstellen. Er hat hier einige verlockende Möglichkeiten, aber nur eine führt direkt zum Sieg.

Jones-Uhlmann

FEN: 2k3r1/1p1n2pp/p3p3/1r2P2P/q1pp2Q1/P6R/1BPP2P1/1K2R3

Schwarz am Zug gewinnt.

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Montag, 30. November 2009
Bei manchen Partien...
...weiß man gar nicht, was man jetzt genau vorführen möchte. Dazu gehört auch meine Partie vom Freitag. Mein Gegner Rainer ist so eine Art Rückschlagspieler - stellt sich hinten rein und wartet auf Fehler. Dabei zeigt er durchaus Nehmerqualitäten.

In der Eröffnung hatte er bereits ein Tempo verloren, so dass diese Stellung auf das Brett kam:

Loßin-Bartsch,R

FEN: r1b1r1k1/ppqnbppp/2p1p3/2P3B1/3P4/5NP1/PP2QPBP/R2R2K1 w - - 0 16

Natürlich stehe ich als Weißer hier gut, aber es zeigt sich hier symptomatisch meine Schwäche beim Übergang von Eröffnung zum Mittelspiel:

16. Lf4?
Diesen Zug kritisierte ich nach der Partie zurecht. Ich will doch eigentlich den Läufer gerne tauschen und so doll steht die Dame auf c7 nun auch nicht.
16.-Dd8 17. b4 Sf6 18. Lg5?!
Jetzt wollte ich mein Versäumnis nachholen. Aber das hat auch seine Nachteile, denn nach dem vorhergesehenen
18.-Sd5 19.Lxe7 Dxe7
muss ich ja wegen der Gabel auf c3 noch ein Tempo verlieren.

Loßin-Bartsch,R
FEN:r1b1r1k1/pp2qppp/2p1p3/2Pn4/1P1P4/5NP1/P3QPBP/R2R2K1 b - - 0 20

20.De1?

Die schlechteste Wahl. Auf das Feld gehört wohl ein Turm. Optimal finde ich 20. Db2, welches Das Feld d2 für den Springer lässt und auf e5 wirkt. Zudem kann wie gesagt die Gegenüberstellung von Turm und Dame mittels Te1 vorbereitet werden.

20.-Ld7?

Danach ist alles wieder im Lot. Nach 20.-f6 wird die Disharmonie meiner Aufstellung aufgedeckt. 21. Sd2 geht nicht und ob der Bauernsturm am Damenflügel Erfolg verspricht ist unklar. Schwarz hat Df7 und/oder e5 und wohl mindestens Ausgleich.

21. Se5 f6 22. Sc4 Tab8 23. a4 Tf8 24. b5 Dd8 25. Lh3 f5

Loßin-Bartsch,R
FEN:1r1q1rk1/pp1b2pp/2p1p3/1PPn1p2/P1NP4/6PB/5P1P/R2RQ1K1 w - - 0 26

Die Dinge entwickeln sich gut für mich.

26. bxc6!

Ein guter Zeitpunkt, die b-Linie zu öffnen. Schwarz kann aufgrund des Raummangels nicht gut opponieren.

26.-bxc6 27. Tab1 Df6?

Danach wird es ein Spiel auf ein Tor.

28. Se5 De7 29. f4 Sf6?! 30. Lg2 Sd5 31. Lxd5 exd5 32. Da5

Loßin-Bartsch,R
FEN:1r3rk1/p2bq1pp/2p5/Q1PpNp2/P2P1P2/6P1/7P/1R1R2K1 b - - 0 32

Die letzten Züge enthielten mal wieder einige Ungenauigkeiten. Hier ist 32.-Txb1 33. Txb1 Lc8 oder Le8 die einzige Möglichkeit, Materialverlust zu vermeiden. Danach habe ich immer noch guten Vorteil, auch wenn der Springer vorübergehend unbeweglich ist. (Das liegt übrigens auch daran, dass ich im 31. meinen Läufer gegen den Springer tausche und damit den Springer an die e-Linie binde. Dabei sieht der Tausch durchaus verlockend aus, schließlich scheint der Sd5 die letzte aktive Figur von Schwarz zu sein.)

32.- g5? 33. Dxa7

Danach wurde es nicht mehr spannend.
Ich denke, meine Leistung in dieser Partie ging angesichts der verkürzten Bedenkzeit (90 min. für die ganze Partie) in Ordnung.

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Freitag, 27. November 2009
Ein Klassiker...
...ist dieses Selbstmatt in 3 von Kubbel.

Selbstmatt Kubbel

FEN: 4b3/2N1p3/2p1p3/P1k1P2p/K4P1P/PR1R4/3N4/Q7

Weiß zieht an, viel Spaß mit dieser harten Nuss!

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Mittwoch, 25. November 2009
Nochmal lokale Helden
Ebenfalls fester Bestandteil der ersten Mannschaft der SG Isernhagen war Matthias Niesel, der ziemlich regelmäßig die weitesten Strecken zu den Spielen zurückzulegen hatte.
In der folgenden Partie schlug er mit den Weißen Steinen Lutz Van Son, der sozusagen ein Hamelner local hero ist, der insbesondere auch im Jugendbereich viel tätig war und ist. Hier hatte er gerade etwas zu optimistisch 20....f5 gespielt, was umgehend bestraft wurde.

Niesel-Van Son

2rr2k1/pp1nq2p/3bp3/3p1p1b/1P4nN/P1NP2PB/1B1QPP2/R4RK1 w - - 0 21

Weiß am Zug gewinnt.

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Back to the roots
Gerade erinnerte ich mich an einen "Leserbrief", in dem mir mitgeteilt wurde, dass die Ausrichtung auf Endspiele hier durchaus zu begrüßen sei.

Überwiegend sind es ja taktische Endspiele, meine Unterrichtsstunde zur Lehre der entsprechenden Felder wurde ja nicht hinreichend frequentiert und auch das Damenendspiel wurde eher mit Schmähblicken gewürdigt, denn mit kenntnisreichen Varianten.

Daher nochmal ein taktisches Endspiel von Grigoriev. Leider ist es nebenlösig, aber die Nebenlösung versteht sowieso kein normaler Mensch ;o)

Endspiel

FEN:3b3k/4n3/8/8/7B/8/8/5KR1 w - - 0 1

Weiß am Zug gewinnt.

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Samstag, 21. November 2009
Lokale Helden...
...während Stefan auf den Schachblaetter(n) regelmäßig über die Greifswalder Heroen berichtet, werde ich wohl hier mehr und mehr über aktuelle und ehemalige Spieler des Bezirks Hannover berichten.

Das folgende Partiefragment stammt aus einer Partie zwischen Michael Geveke und Martin Hörstmann. Michael gehörte seinerzeit zu den Spitzenspielern der Schachvereinigung. Für diesen Verein habe ich eine Saison gespielt und sie war sehr nett. Würde es die Schachvereinigung in Stöcken noch geben, wäre ich wohl dorthin gewechselt. Die Stimmung da war immer klasse.
Martin hat Jahre lang für die SG Isernhagen gespielt, also in meinem Stammverein und war zusammen mit seinem Zwillingsbruder Rudi einer der Garanten für den Aufstieg der ersten Mannschaft bis in die 2. Liga. In dieser Partie aus der Oberliga, die nach der glorreichen Isernhagenzeit stattfand, hatte er allerdings das Nachsehen. 5 Jahre später konnte er sich dann revanchieren.

In dieser Stellung machte Michael mit Weiß den Gewinnzug, den er noch zwei Züge zuvor übersah.

Geveke-Hörstmann,M

5r2/2pqn1kp/1p3pp1/r2Pp3/2P1P1b1/2N1Q1P1/P4RBP/5RK1 w - - 0 21

Wer kann ihn mir einflüstern?

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Mittelspiel
Von Mittelspielen verstehe ich ja bekanntlich sehr wenig. Sie sind eben meist nicht so klar und verständlich wie Endspiele.
Nachstehende Stellung stammt aus der Partie Reshevsky-Vaganian. Welchen thematischen Zug machte hier Schwarz wohl?

Reshevsky-Vaganian
r1b2rk1/pp1n2pp/1qn1pb2/3p4/3P1P2/3B1NK1/PP2N1PP/R1BQR3 b - - 0 14

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Freitag, 20. November 2009
MiBus Aufgabe 2
Weiß hat K, 2T und S, Schwarz nur noch den K. Man konstruiere eine Position, in der der sK matt ist. Das ist natürlich viel zu banal, daher kommen zwei Erschwernisse hinzu: Zum einen steht der sK nicht am Rand oder gar in der Ecke, sondern „mindestens“ auf b2, so dass er neben seinem Standfeld acht Fluchtfelder hat. Zum anderen ist der wK nicht beteiligt, d.h. die beiden T und der S müssen die neun Felder kontrollieren. Es scheint fast unmöglich zu sein, aber es geht – probiert es aus! Quelle kann ich nicht angeben, aber die Lösung stammt von Dr. Karl Fabel, da bin ich sicher.

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Donnerstag, 19. November 2009
Filmtipp
Ich kenne den Film zwar nicht, dennoch sei er kurz erwähnt:
Gefährliche Züge läuft heute Nacht auf ARD von 0:50 bis 2:25. Wach bleiben!

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Kombiecke - Weißer Mattüberfall
Die Stellung ist wohl komponiert, aber die Mattführung hübsch.

Kombi

FEN:1kr3n1/pp1R2NR/2p2p2/Q1NppPb1/8/8/1r2q1P16K1

Weiß am Zug, auf gehts!

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Montag, 16. November 2009
Verteidigungskünste...
...wären vonnöten gewesen in dieser Stellung:

Kaufhold-Loßin

FEN: r3r1k1/1b1n1pp1/1q1p1n1p/p2P1N2/4P2B/1pPBR3/5PPP/R2Q2K1 b - - 0 20

Ich war mit Schwarz am Zug (mein Gegner hatte bereits einen Gewinn ausgelassen) und sah zwar die weißen Angriffsabsichten am Königsflügel, glaubte aber, mit g6 immer über eine passende Ausrede zu verfügen. Dies traf allerdings nicht zu.

Nach 20....a4? 21. Tg3 g6? 22. Dd2! hielt meine Stellung keine weiteren 4 Züge.

Schwarz kann in der Diagrammstellung allerdings in Vorteil kommen. Schaut mal rein - um den richtigen Zug zu finden, muss man sehr viel Stellungsgefühl aufbringen.

Insgesamt reichte es für unsere Mannschaft für ein 4:4 gegen einen Gegner, gegen den wir eigentlich immer schlecht aussahen. Damit wir gegen die Gretenberger einen Mannschaftspunkt holen konnten, mussten diese zu siebt anreisen...

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Donnerstag, 12. November 2009
Miniatur 2
Bevor wir uns wieder anderen Themen zuwenden, noch eine zweite Miniatur, diesmal von Troitzki, 1898, Schachmatni Journal.

Miniatur

FEN: 8/6q1/2k2r2/8/1K6/8/4R3/5Q

Weiß am Zug gewinnt.

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Mittwoch, 11. November 2009
Robert Enke ist tot
Als Hannover 96-Fan bin ich völlig fassungslos über diesen Verlust.
Er war sportlich und menschlich für viele Menschen in Hannover, Region und darüber hinaus ein Idol.

Möge dieser außergewöhnliche Sportsmann in Frieden ruhen.

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